Tipps und Medien

Konzerne als Retter? Das Geschäft mit der Entwicklungshilfe

5/17: Die staatliche Entwicklungshilfe setzt verstärkt auf die Privatwirtschaft. Nur sie könne effizient Armut und Hunger in der Welt bekämpfen. Der Dokumentarfilm "Konzerne als Retter?" von Valentin Thurn und Caroline Nokel nimmt den Zuschauer mit nach Kenia, Sambia und Tansania und fragt, wie öffentlich-private Partnerschaften funktionieren und ob die Armen von ihnen profitieren. Er zeigt unterschiedliche Modelle der Zusammenarbeit im Ernährungs- und Landwirtschaftssektor: vom Versuch deutscher Unternehmen, die Produktivität kenianischer Kartoffelbauern zu steigern, bis hin zum Investmentfonds, der Entwicklungsgelder nutzt, um mit riesigen Sojaplantagen Rendite für Anleger zu erzielen. Der Film ist hier zu sehen.

Konzernatlas 2017: Fusionswelle in der Argar- und Lebensmittelindustrie

01/17: Immer weniger Konzerne bestimmen weltweit über einen immer höheren Anteil der Lebens­mittel­erzeugung und Ernährung – zum Nachteil von Kleinbäuerinnen und -bauern, Landarbeiterinnen und -arbeitern sowie der regionalen Lebensmittelversorgung. Das zeigt der "Konzernatlas 2017", eine Zusammenstellung von Fakten und Grafiken zur Agrarindustrie, veröffentlicht von der Heinrich-Böll-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem BUND, Oxfam, Germanwatch und Le Monde Diplomatique. Die Herausgeber warnen davor, dass die laufenden Konzentrationsprozesse im Agrarsektor die 2015 beschlossenen UN-Nachhaltigkeitsziele gefährden und fordern stärkere Kontrolle im Agrar- und Ernährungsbereich.
Hier geht es zum Download der Broschüre.

Buchtipp: Hans Herren - So ernähren wir die Welt

11/16: Hans Herren, Ko-Präsident des Weltagrarberichts, hat ein neues Buch veröffentlicht, in dem er seine Visionen für „eine Welt mit genügend und gesunder Nahrung für alle, produziert von gesunden Menschen, in einer gesunden Umwelt“ darlegt. Herren setzt sich mit seiner Stiftung Biovision in Afrika für die Entwicklung, Verbreitung und Anwendung von ökologischen Methoden ein. Die Landwirtschaft, ja das ganze Ernährungssystem der Erde muss sich grundlegend wandeln, schreibt er: „Weiter wie bisher ist keine Lösung". Doch er bleibt optimistisch und zeigt anhand praktischer Beispiele auf, dass es möglich ist, einen Kurswechsel in der globalen Landwirtschaft einzuleiten, die Zukunft der Menschheit zu sichern und den Hunger weltweit zu beseitigen. „So ernähren wir die Welt" ist bei Rüffer & Rub erschienen.

Broschüre: Mit Agrarökologie die Ernährungswende gestalten

10/16: Die Broschüre "Besser anders, anders besser: Mit Agrarökologie die Ernährungswende gestalten" zeigt, dass Landwirtschaft und Ernährung anders, besser geht und informiert über praxiserprobte Alternativen, in denen großes Potenzial steckt. Im Fokus der von mehreren Organisationen herausgegebenen Broschüre stehen Beispiele agrarökologischer Anbaumethoden, innovativer Vermarktungswege und Initiativen zur politischen Mitgestaltung des Ernährungssystems. Die Publikation arbeitet heraus, welche Ansätze schon erfolgreich umgesetzt werden und analysiert, welche politischen Instrumente nötig sind, um eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Neuorientierung in der Landwirtschaft anzustoßen und Agrarökologie zu fördern. Zum Download der Broschüre geht's hier.

Neuer Landmatrix-Bericht zeigt Ausmaß der globalen Landnahme auf

10/16: Der Run auf Ackerland hält an: Rund 26,7 Millionen Hektar Land haben sich Investoren seit dem Jahr 2000 weltweit für landwirtschaftliche Zwecke angeeignet – eine Fläche so groß wie das Vereinigte Königreich und Slowenien zusammen. Das zeigt ein neuer Bericht der Landmatrix, der Details zu Ziel- und Investorenländern, der geplanten Nutzung und den Folgen des Landraubs für die Betroffenen liefert. Zum Download

9/16: Gemeinsam machten sich die Schauspielerin Mélanie Laurent und der Aktivist Cyril Dion auf den Weg, um mit Experten zu sprechen und weltweit Projekte und Initiativen zu besuchen, die alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen verfolgen. Am ersten Punkt ihrer Reise entdecken die beiden, dass es möglich ist, ohne Düngemittel oder Pestizide und mit wenig Technik mehr Nahrung zu produzieren als in der industriellen Landwirtschaft. Einfach, indem man die Erde von der Natur „reparieren“ lässt, anstatt sie zu zerstören. Internationale Experten bestätigen ihnen, dass der Westen und die Länder Afrikas, Lateinamerikas und Asiens ohne Öl versorgt und dabei sogar – dank der Agrarökologie – unzählige Jobs geschaffen werden können. Dies und viele weitere Punkte beleuchtet der Film „Tomorrow“, der ab Oktober 2016 auf DVD erhältlich ist.

2/16: "Wer die Saat hat, hat das Sagen." Dieses Sprichwort bringt es auf den Punkt: Wer unser Saatgut kontrolliert, kontrolliert die gesamte Nahrungsmittelkette. Die Agrarindustrie versucht weltweit die Kontrolle über die Saat zu übernehmen. Doch vielerorts kämpfen Bäuerinnen und Gärtner dafür, über ihr Saatgut und ihre Art der Landwirtschaft selbst zu bestimmen. Sie geben ihr Saatgutwissen weiter, tauschen bäuerliche Sorten und erproben zukunftsfähige Wege der Zusammenarbeit. Welche Wege Samengärtner, Züchter und Aktivistinnen finden, um die Sortenvielfalt zu erhalten, schildert dieses liebevoll gestaltete Buch - und macht dabei Lust, beim Samengärtnern selbst dabei zu sein.

Erscheinen ist das Buch von Anja Banzhaf im oekom verlag.

Kritischer Agrarbericht 2016 zum Thema Wachstum erschienen

1/16: „Weniger ist schwer“ – so dürfte jeder antworten, der sich in der Landwirtschaft auskennt. Über Jahrzehnte hat sich die Agrarwirtschaft dem Diktat des „Wachsen oder Weichen“ gebeugt. Doch mit dem agrarindustriellen Wachstum der Betriebe wachsen die Probleme mit: beim Tierschutz, bei der Nährstoffversorgung der Böden, beim Einsatz von Pestiziden, beim Schutz der biologischen Vielfalt, aber auch bei der Arbeitssituation der Menschen, die auf den Betrieben leben. Der Kritische Agrarbericht 2016 behandelt die Frage, wie dem blinden „Weiter so!“ der Agrarindustrie etwas Sinnvolleres entgegenzusetzen ist: eine bäuerliche Landwirtschaft, die ihrer Verantwortung der Gesellschaft gegenüber gerecht wird, aber auch gegenüber den Tieren und der Natur, mit und von der wir alle leben. Weitere Informationen gibts hier.

Frauen hungern anders: Neuer Bericht zu Mangelernährung

10/15: Frauen sind stärker als Männer von Hunger und Armut betroffen - und damit auch von Mangelernährung. Das zeigt ein Bericht von Brot für die Welt zum „stillen Hunger“. In armen ländlichen Regionen sind sie es meist Frauen, die die Hauptlasten zur Versorgung ihrer Familien tragen und einen großen Teil kleinbäuerlicher Subsistenzarbeit leisten. Sie benötigen Nahrungsenergie und wichtige Nährstoffe. Doch für arme Haushalte sind Früchte, Gemüse, Fleisch und Fisch, die Hauptquelle wichtiger Mikronährstoffe, oft knapp. Wird die Ernährungslage der Familie kritisch, so sind es meist die Frauen, die verzichten. Download

5/15: Welternährung war immer wieder Schwerpunkt der G7-Gipfel. Dazu haben die Regierungen Programme verabschiedet, die mit dem Ziel der Hungerbekämpfung Investitionen in die Landwirtschaft in Entwicklungs-ländern vereinfachen sollen - faktisch aber lediglich Konzernen neue Absatzmärkte verschaffen. In der Broschüre Konzernmacht grenzenlos haben Brot für die Welt, FIAN, Forum Umwelt und Entwicklung, INKOTA, Misereor, Oxfam und die Welthungerhilfe aktuelle Informationen zusammengetragen, die die Machtkonzentrationen im Agrarsektor von Saatgut, über Handelspolitik bis hin zum Supermarkt mit Fakten und Beispielen veranschaulichen. Sie zeigen auf, an welchen Stellschrauben die G7 drehen müssen, wenn sie tatsächlich zu einer nachhaltigen Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung beitragen wollen.

Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf zehn Milliarden anwachsen. Doch wo soll die Nahrung für alle herkommen? Kann man Fleisch künstlich herstellen? Sind Insekten die neue Proteinquelle? Oder baut jeder bald seine eigene Nahrung an? Regisseur Valentin Thurn erkundet auf der Suche nach Antworten auf die Frage, wie wir verhindern können, dass die Menschheit durch die hemmungslose Ausbeutung knapper Ressourcen die Basis für ihre Ernährung zerstört, die wichtigsten Grundlagen der Lebensmittelproduktion. Er spricht mit Machern aus den gegnerischen Lagern der industriellen und der bäuerlichen Landwirtschaft, trifft Biobauern und Nahrungsmittelspekulanten, besucht Laborgärten und Fleischfabriken. Infos, DVD, Schulmaterialen und den Trailer gibt es hier.

Ackerland wird immer wertvoller und seltener. Jedes Jahr gehen etwa 12 Millionen Hektar Agrarfläche durch Versiegelung verloren. Nach der Finanzkrise 2008 hat das globale Finanzkapital die Äcker der Welt als Geschäftsfeld entdeckt. Mit dem Landraub wollen die Reichsten der Welt sich Zugriff auf die wichtigste Ressource dieser Welt sichern. Statt Bauern bestimmen dann Profitinteressen über die Böden. Der Film LANDRAUB portraitiert die Investoren und ihre Opfer, erzählt in großen Bildern von den Folgen des Landraubs und zeigt auf, warum wir alle damit zu tun haben. Der Film ist seit März 2016 auch auf DVD erhältlich. Hier gibt es den Trailer und Materialien für den Schulunterricht.

Das ABC der besten grünen Filme von Utopia

Utopia hat einen Überblick zu Dokumentar- und Spielfilmen rund ums Thema Nachhaltigkeit und Konsum zusammengestellt. Darunter befinden sich auch viele Film zu Ernährung und Nahrungsmittelproduktion, Konsum und Produktionsbedingungen, Klimawandel, Landwirtschaft und Gentechnik. Was sie alle gemeinsam haben, ist die Botschaft: Es muss sich etwas ändern. Viel Spaß beim Nachlesen und Ansehen.

Böden bilden nicht nur die Basis der Lebensmittelproduktion, sondern filtern Regenwasser, speichern Kohlenstoff und beherbergen eine unendliche Vielzahl an Mikroorganismen. Doch unsere Böden sind bedroht und umkämpft. Warum wird Land immer teurer? Wem gehört es? Wieviel Boden geht jährlich verloren? Wie viele Quadratkilometer Acker- und Weideflächen „importieren“ wir für unsere Ernährung?
Zum Auftakt des Internationalen Jahr des Bodens 2015 haben die Heinrich-Böll-Stiftung, das IASS, der BUND und Le Monde diplomatique den Bodenatlas veröffentlicht. Dieser präsentiert Daten und Fakten über die Bedeutung und den Zustand von Land, Böden und Ackerflächen in Deutschland, Europa und weltweit - angereichert mit vielen Grafiken. Der Atlas kann hier heruntergeladen oder online gelesen werden.

Der Kritische Agrarbericht 2015: „Agrarindustrie und Bäuerlichkeit“

Die bäuerliche Landwirtschaft erlebt gerade eine Renaissance – rhetorisch zumindest. Die UN rief 2014 das „Internationale Jahr der Familienlandwirtschaft“ aus. Auch jenseits der landwirtschaftlichen Kreise ist neuerdings viel von Bäuerlichkeit die Rede. Meist sind es Bilder einer traditionell geprägten Landwirtschaft, die auch von der Agrarindustrie für ihre Werbezwecke genutzt werden – ansonsten aber von dieser als „nicht zukunftsfähig“ diskreditiert werden. „Agrarindustrie und Bäuerlichkeit" ist 2015 Schwerpunkt des Kritischen Agrarberichts. Um Weichenstellungen zwischen diesen Polen wird es auch 2015 in den anstehenden Debatten in Berlin und Brüssel gehen: EU-Agrarreform, TTIP, nationale Gentechnik-Anbauverbote und die Novellierung der Düngeverordnung in Deutschland sind nur vier der zentralen agrarpolitischen Themen, die der Bericht behandelt. Er kann hier beim AgrarBündnis bestellt werden.

Agropoly - wenige Konzerne beherrschen die Lebensmittelproduktion

Saatgut, Jungtiere, Futtermittel, Dünger – was früher auf dem Bauernhof selbst produziert werden konnte, sind heute separate Sektoren der industrialisierten und globalisierten Wertschöpfungskette für Nahrungs-mittel. Dazu gehören auch der Handel, die Verarbeitung und der Verkauf von Lebensmitteln. Das schwächste Glied in der Kette sind die Bauern, die die Lebensmittel produzieren. Besonders Kleinbauern im Globalen Süden geraten im Zuge des Konzentrationsprozesses in der Nahrungs- mittelproduktion immer mehr unter Druck durch Patente auf Saatgut, Verdrängung vom Land, unfaire Arbeitsbedingungen, zu niedrige Preise und die Verdrängung von informellen Märkten. Die Agropoly-Broschüre dokumentiert den Konzentrationsprozess und zeigt, wie immer weniger Firmen Geschäftsbedingungen, Preise und teils politische Rahmenbe- dingungen diktieren. Bestellung beim Forum Umwelt und Entwicklung.

Fleischatlas 2014 - Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel

Jeder Deutsche isst in seinem Leben durchschnittlich 1.094 Tiere, verteilt auf 4 Rinder, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. Doch was hat unser Schnitzel auf dem Teller mit der Abholzung des Regenwalds zu tun? Und wie hängt es mit ländlicher Armut und Hunger in Entwicklungsländern zusammen? Wie werden die Tiere, die wir essen, gehalten und welche Auswirkungen hat die Massentierhaltung auf unser Klima? Diese Fragen stellen wir uns als Verbraucher viel zu selten, dabei ist unser Essen auch eine politische und ethische Entscheidung. Um Einblicke in die Zusammenhänge unseres Fleischkonsums zu geben,  veröffentlichten die Heinrich-Böll-Stiftung, der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) und Le Monde Diplomatique am 10. Januar den „Fleischatlas“. Dieser ist ab sofort kostenlos als Print- und Onlineausgabe bei den Herausgebern erhältlich.

Videomitschnitt zur Veranstaltung „Die Zukunft der Welternährung"

Welche Landwirtschaft kann 10 Milliarden Menschen ernähren? Ist die industrielle Agrarwirtschaft unabdingbar oder sind Kleinbauern das Rückgrat der Welternährung? Wird nicht bereits genug produziert, um 12 Milliarden zu ernähren? Wäre die Fortführung des Weltagrarbericht- Prozesses nicht sinnvoll? Darüber diskutierten bei Brot für die Welt VertreterInnen von BMZ, BMEL, der VDW und Biovision. Zum Video!

Kostenloses Unterrichtsmaterial: Landwirtschaft und Ernährung

Landwirtschaft konkret ist der Titel eines 2014 neu aufgelegten Angebots der Gregor Louisoder Umweltstiftung für Lehrer, Umweltpädagogen, Journalisten und andere Multiplikatoren, das die Thematik Landwirtschaft verständlich aufbereitet. Die Bandbreite erstreckt sich von der deutschen Landwirtschaft (Betriebsstruktur, Tierschutz, Umweltauswirkungen, politische Bedingungen) bis zu globalen Themen (Welthandel, Agrosprit). Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei den Umweltauswirkungen des Biobooms. Nicht zu kurz kommen dabei konkreten Handlungs-möglichkeiten im Alltag, wie beim täglichen Einkauf.
Die gedruckte Version der Unterrichtsmappe kann gegen Einsendung einer 240-Cent Briefmarke bei der Gregor Louisoder Umweltstiftung bestellt werden, Farbgrafiken gibt es hier zum Download.

Tödliche Ernte: Gülle, Gift und Gene

Wussten Sie, dass Tiere viermal so viele Pharmazeutika zu sich nehmen wie Menschen? Und dass die Landwirtschaft mehr Staats-Milliarden kassiert als marode Banken? Ein Kartell aus Großmästern, Futtermittel-, Gentechnik- und Lebensmittel-Multis hat ein System des Überflusses geschaffen. Es kassiert Steuergelder für Lebensmittel, die dann im großen Stil weggeworfen werden.
Dieses Buch zeigt das skrupellose Streben nach Macht und Profit, enthüllt die mafiösen Strukturen einer Branche und nennt die Verantwortlichen. Der Autor seziert den Filz beim Bauernverband und den Zulieferern, bei vermeintlichen Verbraucherschutzbehörden und angeblich unabhängigen Forschern und Instituten. Ein erschreckender Blick hinter die Kulissen einer Branche, die mächtiger ist als die Politik.
Tödliche Ernte von Richard Rickelmann ist im Ullstein Verlag erhältlich.

Interview zum Weltagrarbericht

Benedikt Haerlin erläutert die Kernaussagen des Weltagrarberichts:

Feminismus und Ökologie

Die „Green Economy“ war Thema bei der Konferenz Rio+20 im Jahr 2012 und wurde viel diskutiert. Die Autorin des Essays „Die Zukunft, die wir wollen“ Christa Wichterich vermisst in dieser Diskussion die Rolle der Gleichberechtigung der Frauen. Obwohl der Geschlechtergerechtigkeit schon auf der ersten UN-Konferenz vor 20 Jahren eine entscheidende Rolle bei Armutsbekämpfung und Umweltschutz zugesprochen wurde und der Weltagrarbericht die Rolle der Frau bei der Hungerbekämpfung betonte, hatte das Thema im Vorfeld von Rio+20 nur wenig Gewicht. Die Autorin prüft sie verschiedene Modelle, die Geschlechtergerechtigkeit und öko-soziale Nachhaltigkeit zusammendenken und versucht Ansätze einer feministischen Ökologie und einer Nachhaltigkeitsdebatte aus Gender-Perspektive wieder auf die Agenda zu setzen. Essay herunterladen

Regionalbericht zu Afrika südlich der Sahara auf Deutsch erschienen

Der Regionalbericht zu Afrika südlich der Sahara (SSA) des Weltagrarberichts ist nun auch auf Deutsch erhältlich. Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) ist Herausgeber der Übersetzung des Berichts. Damit stehen nun auch einem deutschsprachigen Publikum die Kernaussagen des Regionalberichts und die Handlungsmöglichkeiten, die dieser aufzeigt, zur Verfügung. Der Bericht zu Afrika südlich der Sahara (Sub-Saharan Africa, SSA) beschäftigt sich mit einer Region, die mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat, zugleich aber über großartige und wunderbare Menschen und natürliche Lebensgrundlagen verfügt.
Das rund 400 Seiten umfassende Werk kann bei Hamburg University Press für 39,80 € bestellt werden oder steht hier zum kostenlosen Download bereit.

Lesenswert: Politik des Hungers

Knapp 900 Millionen Menschen - ein Achtel der Menschheit - leiden an Hunger. Walden Bello fragt nach den Ursachen des Hungers. Der Träger des Alternativen Nobelpreises findet sie in der Kapitalisierung der Landwirtschaft. Sein 2010 erschienenes Buch „Politik des Hungers" befasst sich mit den Folgen der von Weltbank und IWF verordneten Strukturanpassungsprogramme für Kleinbauern und Landarbeiter. Bellos Buch ist eine tiefgehende Analyse der politischen Ökonomie des Hungers sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den gängigen Theorien wirtschaftlicher Entwicklung.
200 Seiten, für 16 Euro hier zu bestellen, mehr dazu bei Schattenblick

Der Kritische Agrarbericht 2012

Der Kritische Agrarbericht wird alljährlich vom „Agrarbündnis“ im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche vorgestellt. Auch im Jahr 2012 warnt der Bericht wieder vor kritischen Entwicklungen in der Agrarpolitik. Er kommt unter anderem zu dem Schluss, dass für 2012 schätzungsweise zehnmal mehr neue Mastanlagen von Hühnern geplant sind, als es bräuchte, um die wachsende Nachfrage zu bedienen. Neben den problematischen Folgen für Umwelt- und Naturschutz führe das auch zu einem Preiskampf unter Mästern. Es sei außerdem zu erwarten, dass in den riesigen Mastanlagen antibiotikaresistente Keime gezüchtet werden. Da das System der Massentierhaltung ohne den massenhaften Einsatz von Antibiotika nicht funktioniere, fordert der Bericht eine Wende in der Agrarpolitik. Ein weiteres Thema ist die geplante Energiewende. Der Bericht mahnt, für Energie, die tatsächlich „sauber“ ist, dürfe es keinen massenhaften Maisanbau und Abholzung von Wald geben, um Biomasse zu gewinnen. Das schade der Artenvielfalt und der Bodenqualität. Mehr Infos und Bestellung...

Neue Berichte zur Welternährung und Landwirtschaft

Was gut ist setzt sich durch, wenn auch selten so schnell wie erhofft. Fast drei Jahre nach der Veröffentlichung des Weltagrarberichts haben wichtige internationale Institutionen und Wissenschaftler seine Botschaft aufgegriffen und fordern eine radikale Wende in der Ernährungs- und Agrarpolitik. Allenthalben ist von einem unausweichlichen Paradigmenwechsel die Rede, von Reduzierung des Verbrauchs statt Steigerung des Wachstums und von einem neuen, agrarökologischen Innovations-System, in dessen Mittelpunkt Kleinbäuerinnen und -bauern stehen. Hier finden Sie eine Übersicht.

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