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20.01.2020 |

27.000 Menschen demonstrieren für eine Agrar- und Ernährungswende

WHS
Agrarwende anpacken (Foto: Fabian Melber/www.wir-haben-es-satt.de)

Tausende Menschen haben am Samstag in Berlin für eine Agrar- und Ernährungswende demonstriert. Angeführt von 170 Traktoren zogen rund 27.000 Menschen unter dem Motto „Agrarwende anpacken, Klima schützen!“ vom Brandenburger Tor durch das Regierungsviertel. Die „Wir haben es satt!“-Großdemonstration findet bereits zum 10. Mal am Rande der Grünen Woche und der Agrarminister-Konferenz in Berlin statt. Bei schönem Winterwetter ging eine bunte Menschenmenge aus Natur-, Klima- und Tierschützern, Bäuerinnen und Bauern, Jung und Alt auf die Straße und forderte unter anderem einen konsequenten Klimaschutz, mehr Unterstützung für Bauernhöfe und effektive Maßnahmen gegen das Insektensterben. Die teils aus ganz Deutschland angereisten Demonstranten trugen selbstgebastelte Plakate, waren als Schweine, Hühner oder Bienen verkleidet oder verliehen mit Kochtöpfen und Trommeln ihrem Ärger über die Agrarpolitik der Bundesregierung lautstark Ausdruck. „Wir haben die Alibi-Politik des Agrarministeriums gehörig satt!“, äußert die Sprecherin des „Wir haben es satt!“-Bündnisses, Saskia Richartz. „Die Bundesregierung trägt die Verantwortung für das Höfesterben und den Frust auf dem Land. Seit 2005, als Angela Merkel Kanzlerin wurde, mussten 130.000 Höfe schließen – im Schnitt gab ein Familienbetrieb pro Stunde auf.“

Schon am Vormittag überreichten die Bäuerinnen und Bauern, die auf ihren Treckern aus dem ganzen Bundesgebiet angereist waren, eine Protestnote, die sich an die bei der Internationalen Agrarministerkonferenz vertretenen Ministerinnen und Minister aus aller Welt richtet. Ihre Botschaft lautet: Statt mit unfairen Freihandelsabkommen neue Märkte für Auto- und Chemie-Konzerne zu erschließen, braucht es gerechten Handel, die Durchsetzung von Bauernrechten und Schutz von bäuerlichen Betrieben auf der ganzen Welt. Das Demobündnis forderte ein Veto Deutschlands gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten. „Kein Mercosur! Für Vielfalt in Feld und Flur“ war auf einem der Trecker auf der Demo zu lesen. Der brasilianische Uniprofessor und Agrarexperte Antonio Andrioli erläutert: „Das geplante Freihandelsabkommen (…) wäre fatal für die bäuerliche Landwirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks. Damit würde sich das agrarindustrielle Modell mit Gentechnik, Pestiziden und Tierfabriken noch mehr verfestigen. Wir freuen uns, dass auch in Deutschland der Protest gegen das Abkommen wächst.“ Deutschland müsse ein Veto einlegen, auch damit die Brandrodungen im Amazonas eingedämmt werden. Bundesagrarministerin Julia Klöckner nahm die Protestnote persönlich entgegen und wandte sich, balancierend auf einer Milchkanne, mit einer kurzen Rede an die Demonstranten.

Das Bündnis fordert von der Bundesregierung ein Umsteuern bei der EU-Agrarreform. Deutschland komme bei der EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) zu. Das Bündnis fordert, die rund 60 Milliarden an Fördergeldern pro Jahr für eine sozial-gerechte und ökologische Agrarreform einzusetzen und mit gezielten Subventionen für artgerechte Tierhaltung und mehr Klima- und Umweltschutz zu sorgen. „EU-Geld nützt, wenn‘s die Umwelt schützt“ oder „Agrarwende jetzt: Gerechte Preise und eine bäuerlich ökologische Agrarförderung“ war auch auf den Schildern der Demonstranten zu lesen. „Ja, wir werden eine andere europäische Agrarpolitik bekommen, denn die Bürger, der Steuerzahler wird nicht mehr bereit sein, mehr Geld in die Hand zu nehmen für eine Politik, die in der Vergangenheit finanziert worden ist“, sagte Klöckner. „Wenn es mehr Geld geben sollte, dann nur für eine Politik mit neuen Ansätzen und die bedeuten Ecoschemes, Umweltleistungen, die Abgeltung der Mehrleistung im Sinne des Allgemeinwohls.“ Doch den Demonstranten ging es nicht um mehr Geld, sondern darum, dass die bisherigen Agrarmilliarden für mehr Klima- und Umweltschutz eingesetzt wird. „Reden reicht nicht, die Zeit der Ankündigungen ist vorbei“, betonte Richartz. „Wir messen Agrarministerin Klöckner daran, was bei ihrer Politik unter dem Strich für Bauernhöfe, Tiere und das Klima herauskommt. Bislang ist diese Ministerin in dieser Hinsicht eine Nullnummer!“ (ab)

17.01.2020 |

Deutsche Agrarkonzerne: Mangelnder Menschenrechtsschutz in Lieferketten

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Soja aus Südamerika ist oft menschenrechtlich bedenklich (Foto: CC0)

Die größten deutschen Agrarkonzerne ergreifen keine ausreichenden Maßnahmen gegen die Verletzung von Menschenrechten in ihren Lieferketten. Das zeigt eine Studie der Organisationen Germanwatch und Misereor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Darin wurden die größten Unternehmen aus der Geflügelfleisch-, Milch-, Futtermittel- und Agrarchemiebranche in Deutschland unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd: „Kein einziges der insgesamt 15 Unternehmen erfüllt ausreichend die Anforderungen der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte“, sagt Cornelia Heydenreich von Germanwatch, Autorin der Studie. „Die Achtung der Menschenrechte ist bei den Geschäften dieser Unternehmen oft nicht sichergestellt.“ Dabei kommt es gerade in der Ernährungsindustrie und Landwirtschaft rund um den Globus häufig zu Menschenrechtsverletzungen, von denen Produzenten, Konsumenten oder Menschen vor Ort entlang der Wertschöpfungskette betroffen sein können. Dazu gehören die Verwehrung des Zugangs zu Land und Wasser, Gesundheitsschäden durch den Einsatz von Pestiziden, ausbeuterische Arbeitsbedingungen auf Plantagen oder die Marktverdrängung von Kleinbetrieben durch Dumpingexporte. Obwohl es viele Belege für Menschenrechtsverletzungen unter Beteiligung deutscher Unternehmen im Ausland gibt, konnten Betroffene bisher noch nie eine Entschädigungsklage vor deutschen Gerichten einreichen, kritisiert die Studie.

Für die Erhebung versandten die Organisationen Fragebögen an die größten in Deutschland operierenden Geflügelproduzenten (PHW-Gruppe, Rothkötter, Sprehe Gruppe, Heidemark und Plukon) und Molkereien (Müller-Milch, Deutsches Milchkontor, Arla Foods, Friesland Campina und Hochwald), die Futtermittelunternehmen Agrarvis Raiffeisen, BayWa und Cargill sowie die Chemiekonzerne BASF und Bayer. Zudem wurden menschenrechtliche Grundsatzerklärungen, unternehmensinterne Verhaltenskodizes, Kodizes für Lieferanten, Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte und die Unternehmenswebseiten ausgewertet. Acht der befragten Unternehmen antworteten. Die Studie gelangt zu dem Fazit, dass die Agrarkonzerne ihre menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten bisher nur ungenügend umsetzen. Nur sieben Unternehmen verfügen über eine Grundsatzerklärung zu Menschenrechten, die den Mindestanforderungen der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte entspricht. Arla habe als einziges Unternehmen bislang eine systematische menschenrechtliche Folgenabschätzunge durchgeführt. Gegenmaßnahmen zur Vermeidung oder Beendigung von Menschenrechtsverletzungen oder Reaktionen gab es meist nur, wenn bereits öffentlich über Missstände berichtet wurde. „Die Studie zeigt, wie wichtig ein Lieferkettengesetz ist, das deutsche Unternehmen verbindlich zur menschenrechtlichen Sorgfalt verpflichtet“, betont Mitautor Armin Paasch von MISEREOR.

Der Studie zufolge gibt es vor allem im Geflügelfleischsektor hohe menschenrechtliche Risiken. Der Sojaanbau für Futtermittel führe vielfach zu Landvertreibungen und zum Einsatz giftiger Pestizide in Südamerika. Auch die Arbeitsbedingungen in deutschen Schlachtbetrieben seien zum Teil menschenverachtend. Exporte von Geflügelteilen aus der EU bedrohten in Westafrika das wirtschaftliche Überleben einheimischer Produzenten und gefährdeten ihre Lebensgrundlage. „Angesichts der bisher beobachteten Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Geflügelfleisch ist es erschreckend, dass sich diese Branche laut unserer Untersuchung am wenigsten mit den menschenrechtlichen Risiken beschäftigt“, moniert Heydenreich. Rothkötter, Sprehe und Heidemark hätten sich noch gar nicht öffentlich verpflichtet, die Menschenrechte zu achten. Auch die beiden anderen Geflügelunternehmen sehen allenfalls bedingt ihre Lieferanten in der Pflicht. Doch auch bei den anderen Branchen sehen die Organisationen große Defizite.

Der Bundesregierung stellt die Studie kein besseres Zeugnis aus, sondern wirft ihr vor, es versäumt zu haben, in der Handelspolitik Menschenrechtsstandards wirkungsvoll zu verankern. Paasch verweist darauf, dass Handelsabkommen der EU in Ländern des globalen Südens mitunter den Zugang von Kleinproduzenten zu Märkten, Saatgut und Land gefährden. „Die Bundesregierung hatte zugesagt, sich in der EU für wirkungsvollere Nachhaltigkeitsfolgenabschätzungen und verbindliche Menschenrechtsstandards in Handelsabkommen einzusetzen, ist bislang aber untätig geblieben.“ Die Organisationen warnen insbesondere aufgrund der massiven Menschenrechtsverletzungen und Regenwaldabholzung in Brasilien vor der Ratifizierung des EU-Handelsabkommens mit den Mercosur-Staaten. Zudem fordern sie die Bundesregierung auf, zügig ein Lieferkettengesetz auszuarbeiten und zu beschließen, wie es Arbeitsminister Heil und Entwicklungsminister Müller angekündigt hatten, nachdem ein Monitoring im Auftrag der Bundesregierung ergeben hatte, dass nur ein Fünftel der deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern ihren menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachkommen. Auch der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, sieht Handlungsbedarf. „Wir haben den Unternehmen die Möglichkeit gegeben, sich selbst auf die Einhaltung von Standards in ihren Lieferketten zu verpflichten, doch die Evaluierung hat gezeigt, dass da zu wenig passiert ist“, sagte er dem Handelsblatt. „Deshalb brauchen wir auch hier verbindliche Spielregeln.“ (ab)

16.01.2020 |

EU-Mercosur: Mieser Deal für Klimaschutz und kleine Produzenten

Schiff
Mehr Container auf dem Meer? (Foto: CC0)

Das Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten läuft dem Klimaschutz zuwider. Dies ist das Fazit einer Studie, die von Wissenschaftlern des argentinischen Forschungsrats CONICET erstellt wurde. Das Abkommen wird nicht nur zu höheren Treibhausgasemissionen aufgrund von Entwaldung beitragen, sondern durch geringere oder entfallende Zölle auch die Handelsströme und so den Ausstoß von CO2 erhöhen. Im Juni 2019 hatten sich die EU und die Mercosur-Länder Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay nach 20 Jahren zäher Verhandlungen auf ein Handels- und Assoziierungsabkommen geeinigt. Die Studie, die von den europäischen Grünen/EFA in Auftrag gegeben wurde, analysiert die Vereinbarungen und Mechanismen, die das mehrere hundert Seiten starke Abkommen enthält und befasst sich mit möglichen Folgen, wenn es in Kraft treten sollte. Dr. Luciana Ghiotto und Dr. Javier Echaide werteten zudem Literatur, Folgenabschätzungen und Analysen verschiedener Interessenvertreter zum Vertragswerk aus. Ihr Ergebnis: In der aktuellen Form untergräbt das Abkommen die Bemühungen um eine Eindämmung des Klimawandels.

„Die EU wird mehr Fleisch und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse importieren. Mit ihnen werden wir Emissionen, Entwaldung, Bodenverunreinigung und Menschenrechtsverletzungen importieren – und gleichzeitig die Lebensgrundlagen der hiesigen Landwirte gefährden“, schreibt die Herausgeberin und Grünen-Abgeordnete Anna Cavazzini im Vorwort. „Im Gegenzug werden die Mercosur-Staaten mehr Autos, Chemikalien und Maschinen importieren und somit die Verlagerung der regionalen Wertschöpfungsketten riskieren.“ Ein Kapitel der Studie widmet sich dem Handel mit Agrargütern: „Was den Marktzugang für landwirtschaftliche Erzeugnisse angeht, so wird das Abkommen in beiden Blöcken Gewinner und Verlierer hervorbringen“, schreiben die Autoren. Der Mercosur stimmte der Liberalisierung von 93% seiner Zolllinien für Agrar- und Lebensmittelimporte aus der EU zu. Die EU wird im Gegenzug 82% der Agrarimporte liberalisieren. Bei den übrigen Importen gibt es Verpflichtungen zu Teilliberalisierungen, einschließlich Zollkontingente für sensible Produkte wie Rindfleisch, Geflügel, Schweinefleisch, Zucker, Ethanol und Reis.

Auf die vier Mercosur-Länder entfallen schon heute fast 80% aller Rindfleischimporte der EU, rund 270.000 Tonnen waren es im Jahr 2018. Für Geflügel hat die EU den Mercosur-Staaten, vor allem Brasilien, im Abkommen eine Quote von 180.000 Tonnen zusätzliches Geflügelfleisch gewährt. Die CO2-Emissionen im Zusammenhang mit dem Anstieg der Geflügelimporte in die EU würden dadurch voraussichtlich um 6% steigen. Beim Schweinefleisch hat die EU einen niedrigeren Zollsatz von 83 Euro je Tonne für 25.000 Tonnen zugesagt, wodurch sich die Importe aus dem Mercosur fast verdoppeln könnten. Die Menge ist zwar gering im Vergleich zur Schweinfleischproduktion der EU selbst, die jährlich mehr als 3,3 Millionen Tonnen exportiert. Doch Cavazzini kritisiert die „Unlogik des Imports von Lebensmitteln, die bereits in der EU produziert und aufgrund von Überproduktion sogar“ exportiert werden. „Das Abkommen setzt zudem die Landwirtschaft in der EU durch billige Fleischimporte weiter unter Druck. Die Qualität eben dieser Importe ist außerdem nicht gewährleistet: Denn trotz größerer Menge Importe vereinfacht der Deal Zollkontrollen“, so Cavazzini. Dass es derzeit bereits Probleme bei der Einhaltung von Standards gebe, zeigten die jüngsten Gammelfleisch-Skandale in Brasilien und der hohe Einsatz von Pestiziden und Gentechnik in der Landwirtschaft dort.

Für Ethanolimporte in die EU sieht das Abkommen eine Quote von 650.000 Tonnen pro Jahr vor, wovon 450.000 Tonnen für chemische Zwecke zollfrei und der Rest zu einem ermäßigten Satz eingeführt werden dürfen. Diese Quoten sind im Vergleich zum derzeitigen Handel sehr hoch. In Brasilien ist daher mit einem weiteren Anstieg der Produktion von Zuckerrohr und Mais für die Ethanolproduktion zu rechnen – und damit auch mit verstärkter Abholzung. Durch die Zuwächse beim Handel mit Ethanol könnte so ein Emissionsplus von 4% entstehen, schätzen die Autoren. Da das Abkommen gerade den Handel mit Agrarerzeugnissen fördert, die mit Entwaldung einhergehen, etwa für die Gewinnung von Weideflächen für Rinder, oder die größtenteils in Monokulturen mit hohem Pestizideinsatz angebaut werden, wie Gentechnik-Soja, werden Klima und Umwelt leiden. Aber die Emissionen steigen nicht nur durch Entwaldung und Landnutzungsänderungen in den Mercosur-Staaten, sondern auch durch die Handelszuwächse. „Bestimmte Produkte werden international gehandelt, obwohl sie ein paar Kilometer von den Verbrauchern entfernt im Mercosur oder in den EU-Ländern produziert werden, wie Tomaten, Kartoffeln und frische Früchte, doch nun werden sie 10.000 Kilometer in Schiffen von zum Beispiel Rom nach Montevideo zurücklegen“, so die Verfasser.

Auch entwicklungspolitisch ist das Abkommen zu hinterfragen, betont Cavazzini. Denn eine Folge des Mercosur-Deals sei eine noch weiter vertiefte wirtschaftliche Ausrichtung der Mercosur-Länder auf die Produktion und Förderung von Primärrohstoffen. „Statt die Wirtschaft zu diversifizieren und nachhaltig aufzustellen, zementiert der Deal die Abhängigkeit der Wirtschaft vom Export von Agrargütern noch weiter.“ Das stehe einer souveränen wirtschaftlichen Entwicklung der Mercosur-Länder entgegen. „Das Abkommen wird die bestehenden wirtschaftlichen Asymmetrien aufrechterhalten und vertiefen. Die Sektoren, die in beiden Blöcken profitieren werden, sind jene, die bereits global wettbewerbsfähig sind – in der EU der Industriesektor und im Mercosur die Agrarindustrie“, warnen die Autoren. „Das Abkommen wird zudem erhebliche Auswirkungen auf landwirtschaftliche Kleinerzeuger auf beiden Seiten des Atlantiks haben. Während die wirtschaftliche Macht in den Händen einiger weniger großer Exporteure von Agrarprodukten konzentriert wird, werden die kleinen Betriebe die nachteiligen Folgen einer weiteren Liberalisierung der Landwirtschaft zu spüren bekommen.“ (ab)

13.01.2020 |

Atlas: Insektenbestände befinden sich im Abwärtstrend

Wild
Abwärtstrend bei Wildbienen (Foto: CC0)

Insekten bestäuben drei Viertel der wichtigsten Kulturpflanzen und steigern ihren Ertrag, doch ihre Bestände gehen dramatisch zurück – weltweit und auch in Deutschland. Das zeigt der Insektenatlas 2020 auf, der am 8. Januar von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland veröffentlicht wurde. Darin wurden zahlreiche Daten und Fakten über Nütz- und Schädlinge in der Landwirtschaft zusammengetragen und Studienergebnisse aufbereitet. Egal ob Langzeituntersuchungen, einzelne Studien oder Rote Listen – das Ergebnis ist immer das gleiche: Alle Datenreihen belegen einen Rückgang der Artenvielfalt und bestätigen eine teilweise dramatische Abnahme der Populationsdichte. So sind hierzulande bei etwa der Hälfte der 561 Wildbienenarten die Bestände rückläufig. Über einen Zeitraum von 46 Jahren ging auf der Schwäbischen Alb die Anzahl der Nester einer Schmalbienenart um 95% zurück. In den Isarauen im bayerischen Dingolfing sind drei Viertel der Wildbienenarten innerhalb nur eines Jahrzehnts verschwunden. Doch auch andere Insektengruppen sind dem Atlas zufolge in Gefahr: Zikadenpopulationen auf Trockenrasen in Ostdeutschland nahmen über 40 bis 60 Jahre um 54% ab und im Feuchtgrünland in Niedersachsen betrugen die Verluste sogar 78%.

Als eine der Hauptursachen für den globalen Insektensschwund machen die Autoren die intensive Landwirtschaft mit ihren Folgen für die Lebensgrundlage von Insekten aus. „Weltweit treiben Monokulturen mit Energie- oder Futterpflanzen für unsere Massentierhaltung in Ländern wie Brasilien oder Indonesien die Entwaldung, monotone Agrarwüsten und den Pestizideinsatz massiv voran. So hat sich alleine in Argentinien der Pestizideinsatz seit den 1990er Jahren verzehnfacht“, sagt Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. Sie kritisiert, dass Pestizide von Chemieriesen wie Bayer und BASF, die in der EU längst verboten oder nicht mehr lizensiert sind, weltweit weiterhin fast unbeschränkt gehandelt werden. So sei etwa in Kenia fast die Hälfte der Pestizide hochtoxisch für Bienen und in Brasilien seien es über 30%. Hier drohe eine Verschärfung der Lage durch das Mercosur-Abkommen, das eine Zollreduktion für Chemieprodukte vorsehe, unter die auch Pestizide fallen. „Das Ziel noch mehr Pestizide in die artenreichsten Regionen der Welt zu exportieren verhöhnt alle nationalen Nachhaltigkeitsbemühungen. Pestizide, die in Europa aufgrund ihrer gesundheitsschädlichen oder gravierenden ökologischen Wirkung nicht mehr zugelassen sind, dürfen von deutschen Konzernen auch nicht länger in anderen Ländern vertrieben werden“, fordert der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt.

Der Insektenatlas betont zudem, dass eine Reduzierung des Fleischkonsums einen Beitrag zum Insektenschutz leisten kann: „Ein Blick auf die Felder vor unserer Haustür reicht dabei nicht. Die importierten Futtermittel für die vielen Millionen Nutztiere, die den weltweiten Hunger auf billiges Fleisch befriedigen, wachsen vor allem in Südamerika. Dort, in den artenreichsten Regionen der Welt, werden Millionen Hektar Wald gerodet gerodet und für die Soja- und Fleischproduktion nutzbar gemacht“, schreiben die Herausgeber im Vorwort. „Wir müssen beim Insektenschutz auch unseren Lebensstil hinterfragen: Weniger Fleisch und Milch, dafür artgerecht gehalten und mit fairen Preisen für die Bauernhöfe, das wäre wichtig. Die im Einklang mit der Natur wirtschaftenden Landwirtinnen und Landwirte brauchen ein einträgliches Auskommen. Doch Insektenschutz wird bislang nicht an der Ladenkasse bezahlt, Bäuerinnen und Bauern bekommen ihn nicht entlohnt“, erläutert Bandt. Hier sehen die Herausgeber auch den Handel in der Pflicht, für faire Erzeugerpreise zu sorgen.

Die von der Politik bisher ergriffenen Maßnahmen seien nicht ausreichend, um das Insektensterben zu beenden. „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich einig, wie gravierend das fortschreitende Insektensterben ist. Doch politisch gehandelt wurde bisher kaum“, sagt Bandt. „Die Vorschläge der Bundesregierung im Insekten-Aktionsprogramm reichen nicht aus. Ohne einen Umbau der Landwirtschaft ist das Sterben von Schmetterlingen, Hummeln und Käfern nicht zu stoppen.“ Um diese Agrarwende voranzubringen, müsse die Agrarpolitik Betriebe dabei unterstützen, weniger Pestizide einzusetzen, weniger Dünger auszubringen und mehr Lebensräume für Insekten zu schaffen. „Die Landwirtschaft muss beim Schutz der Insekten Teil der Lösung werden. Es braucht deshalb für Bäuerinnen und Bauern mehr Beratung und andere Fördermittel, aber es braucht auch klare gesetzliche Vorgaben, beispielsweise in Schutzgebieten“, fordert Bandt. „Öffentliches Geld muss zum Schutz der Insekten eingesetzt werden.“ (ab)

06.01.2020 |

Planetare Grenzen: Wechselwirkungen verstärken Druck auf das System Erde

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Planetare Grenzen (nach Steffen et al.)

Ein Team von Wissenschaftlern präsentierte 2009 das Konzept der planetaren Grenzen und machte neun Prozesse und Systeme aus, die für die Stabilität und Widerstandsfähigkeit der Erde entscheidend sind. Wird in diesen Bereichen die Belastungsgrenze des Erdsystems überschritten, drohen abrupte und unumkehrbare Umweltveränderungen im großen Stil. In einem Update des Konzepts konstatierten die Wissenschaftler 2015, dass die Menschheit bereits in vier Bereichen den sicheren Betriebsbereich verlassen hat: bei Klimawandel, Landnutzungsänderungen, dem menschlichen Eingriff in biogeochemische Kreisläufe (Stickstoff und Phosphor) sowie bei der Integrität der Biosphäre (Verlust der biologischen Vielfalt und Artensterben). Nun zeigt eine Mitte Dezember in der Zeitschrift „Nature Sustainability“ erschienene Studie, dass das Überschreiten der Belastungsgrenze in einem Bereich auch den Druck auf andere verstärken kann. „Wir haben festgestellt, dass ein dichtes Netzwerk von Wechselwirkungen zwischen den planetaren Grenzen besteht“, sagt Johan Rockström, Mitautor der Studie. Der Klimawandel und die Intaktheit der Biosphäre sind zwei Schüsselgrenzen – mehr als die Hälfte der Gesamtkraft aller Wechselwirkungen entfällt auf diese Bereiche. „Dies zeigt, dass wir uns davor hüten sollten, diese beiden Bereiche zu destabilisieren“, fügte Rockström hinzu.

Die Wissenschaftler quantifizierten die Wechselwirkungen zwischen den neuen Prozessen im Erdsystem. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass die biophysikalischen Interaktionen die direkten menschlichen Auswirkungen auf die neun planetaren Grenzen fast verdoppelt haben. Ein Beispiel dafür, wie sich der Einfluss des Menschen auf das Erdsystem wechselseitig verstärkt, ist der Zusammenhang zwischen Entwaldung und Klimawandel. Das Abbrennen tropischer Regenwälder, um landwirtschaftliche Nutzflächen auszuweiten, erhöht den CO2-Gehalt in der Atmosphäre. Die zusätzlichen Treibhausgase tragen dann zur globalen Erwärmung bei – der Schaden an den Wäldern beeinträchtigt somit auch die Klimastabilität. Der Temperaturanstieg kann wiederum Druck auf die Regenwälder ausüben, was auch mit negativen Folgen für die Landwirtschaft einhergeht. Die daraus resultierende Verstärkung der Auswirkungen ist erheblich. Es könnte aber noch schlimmer kommen, denn die Studie berücksichtigt noch keine Kipp-Punkte. So könnte sich etwa der Amazonas-Regenwald jenseits einer bestimmten Grenze schnell und nichtlinear verändern. Ein solches Kippverhalten würde die in der Studie untersuchte Wirkungsverstärkung noch mehr antreiben.

Ein weiteres beunruhigendes Beispiel für Verbindungen zwischen globalen Umweltproblemen, die den Einfluss des Menschen auf das Erdsystem verstärken, sind die katastrophalen Buschbrände, die derzeit an der australischen Südostküste wüten. „Der Klimawandel hat durch steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster eine bedeutende Rolle bei der Schaffung der Bedingungen gespielt, die solche massiven und ausgedehnten Brände begünstigen“, sagte der Hauptautor der Studie, Dr. Steven Lade von der Australian National University. „Die Buschfeuer wiederum wirken sich auf das Klima aus, indem sie große Mengen Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre freisetzen und so durch eine sogenannte ‚Rückkopplungsschleife‘ den Klimawandel weiter anheizen.“ Dr. Lade betont zudem, dass Rauch im Gegensatz zu anderen Aerosolen auch Sonnenstrahlung absorbiert, was den Klimawandel weiter beschleunigt. „Die Schwere der Brände in Verbindung mit dem fortschreitenden Klimawandel könnte zu einer Verschiebung im Ökosystem führen, wenn sich die Landschaft dann erholt“, warnt er. „Wenn neue Ökosysteme weniger Kohlenstoff speichern als die abgebrannten Wälder, kommt es langfristig zu einem Nettoanstieg des Kohlenstoffdioxids in der Atmosphäre.“

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass ein umfassendes Verständnis der Dynamik des Erdsystems wichtig ist, damit wir auf eine nachhaltige Zukunft zusteuern können“, schreiben die Autoren. Sie verleihen der Hoffnung Ausdruck, dass ihre Erkenntnisse nun für die Entwicklung von politischen Maßnahmen zur Sicherung der Lebensgrundlagen künftiger Generationen genutzt werden. „Wir bieten unsere Untersuchung zu den Wechselwirkungen zwischen den planetaren Grenzen der Politik und der wissenschaftliche Gemeinschaft an“, schreiben sie – „als eine Zusammenfassung des aktuellen Wissensstandes, als ein Aufruf an die künftige Forschung, die Wechselwirkungen besser zu charakterisieren und als einen Rahmen, um politische Diskussionen und Pläne für eine nachhaltige Zukunft anzuregen.“ Rockström betont, dass die Ergebnisse der Studie gute Nachrichten für politische Entscheidungsträger enthalten: „Wenn wir unseren Druck auf eine planetare Grenze reduzieren, wird dies in vielen Fällen auch den Druck auf andere planetare Grenzen verringern. Nachhaltige Lösungen verstärken ihre Wirkung – das kann eine echte Win-Win-Situation sein.“ (ab)

30.12.2019 |

Abnehmende Bestände bei einem Drittel der heimischen Brutvogelarten

Kiebitz
Dem Kiebitz gehts bescheiden (Foto: CC0)

Bei einem Drittel der Brutvogelarten in Deutschland sind in den letzten 12 Jahren die Bestände geschrumpft. Zwar haben sich dank gezielter Schutzmaßnahmen einige Vogelarten auch wieder erholt, doch insgesamt müssen die Anstrengungen zum Schutz der heimischen Vogelwelt deutlich verstärkt werden. Das ist die Botschaft des Nationalen Vogelschutzberichts 2019, den Deutschland Mitte Dezember bei der Europäischen Kommission einreichte. Der alle sechs Jahre erscheinende Bericht enthält Informationen zur Entwicklung der Vogelbestände von insgesamt 251 Brutvogelarten, 68 überwinternden und 34 durchziehenden Vogelarten – sowohl zu Kurzzeit- als auch zu Langzeittrends. Zunächst die positive Nachricht: Bei etwa einem Drittel der Brutvögel, die in Deutschland ihre Jungen großziehen, sind die Bestände in den letzten 12 Jahren wieder gewachsen. Dazu zählen etwa bestimmte Großvogelarten wie Seeadler, Uhu und Schwarzstorch. Dass sich die Bestände erholen, liege daran, dass diese Arten von intensiven und meist speziell auf sie zugeschnittenen Schutzbemühungen profitieren, erläutert das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem Bundesumweltministerium (BMU). Beim Schwarzstorch wurden z.B. Erfolge durch die Sicherung der Horste und die Einrichtung von Ruhebereichen um die Brutplätze im Wald erzielt.

Allerdings ist der Anteil der Brutvogelarten, deren Bestände in den letzten 12 Jahren zurückgingen, mit 31% ebenso groß. Betroffen sind vor allem Arten der Agrarlandschaft wie Kiebitz und Rebhuhn. „Diese Entwicklung ist zu einem wesentlichen Anteil auf die Intensivierung der Landwirtschaft zurückzuführen. Dabei sind insbesondere der Verlust und die Verschlechterung des Zustandes von Wiesen und Weiden als wichtige Lebensräume sowie der Rückgang des Nahrungsangebots, etwa an Insekten, ausschlaggebend“, heißt es in der Mitteilung. Die Zahl der Brutvögel ist jedoch auch in den letzten 36 Jahren zurückgegangen – sie haben in diesem Zeitraum über 90% ihrer Bestände eingebüßt. Allerdings betrug der Anteil der Brutvögel mit abnehmenden Beständen im Langzeittrend „nur“ 25%. „Dies zeigt, dass der Druck auf die Vogelbestände weiter gewachsen ist“, erklären BfN und BMU. Zwar seien im aktuellen Berichtszeitraum weitere Erhaltungsmaßnahmen beschlossen und umgesetzt worden. Allerdings wurden bislang nur für 49% der Fläche der insgesamt 742 Vogelschutzgebiete in Deutschland die nötigen Erhaltungsmaßnahmen festgelegt und 340 Managementpläne erstellt. Eine weitere konsequente Umsetzung sei notwendig und die Ziele der EU-Vogelschutzrichtlinie müssten vor allem in der Land- und Forstwirtschaft stärker berücksichtigt werden.

Die Lage der durchziehenden und überwinternden Zugvögel sieht insgesamt besser aus als die der Brutvögel. So liegt der Anteil der Vogelarten mit zunehmenden Trends über den Zeitraum von 12 Jahren bei den Überwinterern bei circa 43%. Zu den Vogelarten mit zunehmenden Trends gehören viele Enten- und Gänsearten wie z.B. die Löffelente. Dies sei unter anderem den milderen Wintern in Mitteleuropa geschuldet. Zu den Verlierern zählt die vor allem in Russland brütende und in Norddeutschland überwinternde Waldsaatgans, deren Rastbestände in Deutschland sich in den letzten 12 Jahren um 70% verringert haben. Auch bei den Überwinterern hat sich der Negativtrend in den letzten 12 Jahren beschleunigt. Im Langzeittrend (36 Jahre) lag der Anteil der Vogelarten mit abnehmenden Beständen bei 16%, während in den letzten 12 Jahren bereits 33% aller überwinternden Arten unter Bestandsrückgängen litten. (ab)

17.12.2019 |

Ärmste Länder leiden unter beiden Extremen der Mangelernährung

Hunger
Vielen mangelt es an gesunder Ernährung (Foto: CC0)

In den ärmsten Ländern der Welt treten Mangelernährung und Fettleibigkeit zunehmend im Doppelpack auf, da ihre Ernährungssysteme rapiden Veränderungen unterworfen sind. Darauf macht eine Reihe von Artikeln aufmerksam, die am 16. Dezember im medizinischen Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht wurden. Demnach sind mehr als ein Drittel der Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen von beiden Extremen der Mangelernährung betroffen, vor allem in Subsahara-Afrika, Süd- und Ostasien und in der Pazifikregion. „Wir stehen vor einer neuen Ernährungsrealität“, sagte Hauptautor Dr. Francesco Branca von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). „Wir können Länder nicht mehr als einkommensschwach und unterernährt oder reich und von Fettleibigkeit betroffen beschreiben. Alle Formen der Mangelernährung haben einen gemeinsamen Nenner – Lebensmittelsysteme, denen es nicht gelingt, allen Menschen eine gesunde, sichere, erschwingliche und nachhaltige Ernährung zu bieten.“ Dies zu verändern erfordere Maßnahmen in allen Bereichen der Lebensmittelsysteme – von der Produktion und Verarbeitung über Handel und Vertrieb, Preisgestaltung, Vermarktung und Kennzeichnung bis hin zu Verbrauch und Abfall. „Alle relevanten Politiken und Investitionen müssen grundlegend überprüft werden“, fügte er hinzu.

Weltweit sind fast 2,3 Milliarden Kinder und Erwachsene übergewichtig, und mehr als 150 Millionen Kinder sind aufgrund chronischer Unterernährung unterentwickelt. In Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen existieren Überernährung (Übergewicht und Adipositas) sowie akute und chronische Unterernährung zunehmend Seite an Seite in allen Bevölkerungsschichten. Der Lancet-Bericht befasst sich mit den Ursachen und Trends, die sich hinter dieser Doppelbelastung verbergen. Anhand von Erhebungsdaten aus Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen in den 1990er- und 2010er-Jahren bestimmten die Autoren, welche Länder mit der Doppelbelastung zu kämpfen haben. Eine schwere Doppelbelastung durch Mangelernährung wurde definiert als akute Unterernährung bei mehr als 15% und chronische Unterernährung bei mehr als 30% der Kinder im Alter von 0 bis 4 Jahren, ein Body-Mass-Index unter 18,5 bei mehr als 20% der Frauen im Alter von 15-49 Jahren und einem Bevölkerungsanteil von mehr als 20% Übergewichtiger. Die Forscher fanden heraus, dass 2010 mehr als ein Drittel der Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen (48 von 126 Ländern) von beiden Extremen der Mangelernährung betroffen war. In den 2010er Jahren hatten 14 der ärmsten Länder der Welt, die in den 1990ern noch nicht von beiden Extremen betroffen waren, neu mit der Doppelbelastung zu kämpfen. Die Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen am oberen Ende der Einkommensskala waren hingegen weniger betroffen als in der Vergangenheit. Das zeigt, dass sich Übergewicht zunehmend auch in den ärmsten Ländern breitmacht, die immer noch mit akuter und chronischer Unterernährung geschlagen sind.

Den Autoren zufolge ändert sich in den ärmsten Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen rapide die Art und Weise, wie Menschen am Arbeitsplatz, zu Hause, unterwegs und in der Freizeit essen, trinken und sich bewegen. „Die neue Ernährungsrealität wird durch Veränderungen im Ernährungssystem angetrieben, durch welche die Verfügbarkeit von hochverarbeiteten Lebensmitteln steigt. Diese stehen in Zusammenhang mit einer erhöhten Gewichtszunahme und beeinflussen zugleich die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern negativ“, sagte einer der Autoren, Professor Barry Popkin von der University of North Carolina. „Zu diesen Veränderungen gehören das Verschwinden von Märkten mit frischen Lebensmitteln, die steigende Zahl von Supermärkten und die Kontrolle der Lebensmittelkette durch die Supermärkte sowie internationale Lebensmittel-, Catering- und Agrarunternehmen in vielen Ländern.“ Die Autoren betonen, dass eine Transformation der Ernährungssysteme erforderlich ist, um Mangelernährung in all ihren Formen zu beseitigen. Die Wissenschaftler warten auch mit Vorschlägen auf, die darauf ausgelegt sind, das Risiko von Mangelernährung sowohl zu verhindern als auch zu verringern. Diese reichen von einer besseren Vorsorge in der Schwangerschaft über Stillpraktiken, soziale Sicherungssysteme bis hin zu einer neuen Agrar- und Lebensmittelpolitik, deren Hauptziel eine gesunde Ernährung ist.

Um die Systemänderungen herbeizuführen, die zur Beendigung aller Formen der Mangelernährung nötig sind, fordern die Autoren Regierungen, die UN, die Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Medien, Geber, den Privatsektor und Wirtschaftsverbände auf, sich mit der doppelten Last der Mangelernährung zu befassen. Sie empfehlen die Einbeziehung neuer Akteure wie Basisorganisationen, Landwirte und ihre Gewerkschaften, religiöse Führungspersönlichkeiten, Umweltschützer oder Investoren, die faire und grüne Projekte finanzieren. „Ohne eine tiefgreifende Transformation des Ernährungssystems werden die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Kosten des Nichthandelns das Wachstum und die Entwicklung von Individuen und Gesellschaften für die nächsten Jahrzehnte behindern“, warnt Dr. Branca. (ab)

11.12.2019 |

Hitzewellen bedrohen Ernten in mehreren Kornkammern gleichzeitig

Drought
Hitzewellen bedrohen die Erträge (Foto: CC0)

Gleichzeitige Hitzewellen in mehreren Kornkammern der Welt könnten die Ernteerträge einbrechen und die Lebensmittelpreise in die Höhe schnellen lassen. Davor warnt ein internationales Team von Wissenschaftlern in einer Studie, die am 9. Dezember im Fachjournal „Nature Climate Change“ veröffentlich wurde. Besonders stark von den Ernteeinbrüchen betroffen sein könnten der Westen Nordamerikas und Russlands, Westeuropa und die Ukraine. Für die Studie werteten die Wissenschaftler Klimadaten aus den Jahren 1979 bis 2018 aus. Sie konzentrierten sich auf bestimmte Wellenmuster im Jetstream, einem Höhenwind, der Wettersysteme von Ost nach West transportiert. Durch die Luftströmung des Jetstream können große Schlängelungen nach Nord und Süd entstehen, sogenannte Rossby-Wellen. Welle 5 zieht tendenziell über das Zentrum Nordamerikas, Osteuropa und den östlichen Teil Asiens; Welle 7 bewegt sich über das Zentrum und den Westen Nordamerikas, Westeuropa und Westasien. Die Wellenmuster haben eines gemeinsam: Sie können über Wochen an einer Stelle verharren und die Temperaturen ansteigen lassen. Die Hitzegebiete und Dürren werden an einem Ort festgehalten und Regenfälle bleiben aus. Das wirkt sich fatal auf die Ernteerträge aus und kann aufgrund von steigenden Lebensmittelpreisen auch zu sozialen Unruhen führen, warnen die Autoren.

„Wir haben eine bislang unterschätzte Anfälligkeit des Nahrungsmittelsystem entdeckt: Wenn diese Muster im Jetstream weltweit auftreten, haben wir ein zwanzigfach erhöhtes Risiko für gleichzeitige Hitzewellen in wichtigen Anbaugebieten“, erklärt Hauptautor Kai Kornhuber vom Earth Institute in New York. „Eigentlich ist die Zirkulation des Jetstream chaotisch, aber bei derartigen Ereignissen ergibt sich tatsächlich eine globale Ordnung“, so Kornhuber, der auch Gastwissenschaftler am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist. Das Bedrohliche an den Mustern sei „das zeitlich synchronisierte Auftreten von Extremen“. Denn die betroffenen Kornkammern sind verantwortlich für bis zu einem Viertel der globalen Nahrungsmittelproduktion. „Normalerweise geht man davon aus, dass geringe Ernteerträge in der einen Region durch gute Ernteerträge in einer anderen Region ausgeglichen werden“, erläutert Dim Coumou von der Freien Universität Amsterdam und vom PIK. „Aber diese planetaren Wellen können zu Ernteeinbußen in mehreren wichtigen Kornkammern gleichzeitig führen – mit entsprechenden Risiken für die globale Nahrungsmittelversorgung.“

Hitzewellen in den Jahren 1983, 2003, 2006, 2012 und 2018 zeigten bereits die Auswirkungen auf die Erträge. „In Jahren, in denen dieses verstärkte Muster der planetaren Wellen in zwei oder mehr Sommerwochen zu beobachten war, sank die Getreideproduktion in einzelnen Regionen um mehr als 10% ab“, sagt Mitautorin Elisabeth Vogel von der Melbourne University. „Im Durchschnitt über alle betroffenen Anbaugebiete hinweg sank sie um 4% ab.“ Die Folge waren meist höhere Getreidepreise. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass durch den Klimawandel die Wellen künftig noch verstärkt werden könnten. „Die Hitzewellen werden künftig durch die menschengemachte globale Erwärmung häufiger gleichzeitig verschiedene Gegenden über den Globus verteilt treffen, und sie werden auch noch heftiger werden“, betont Mitautor Jonathan Donges vom PIK. „Das wirkt sich unter Umständen nicht nur auf die Nahrungsmittelverfügbarkeit in den direkt betroffenen Regionen aus. Sogar entlegenere Regionen können in der Folge von Knappheiten und Preissteigerungen betroffen sein.“ Den Wissenschaftlern zufolge ist ein gründliches Verständnis der Faktoren, die das Jetstream-Verhalten beeinflusse, notwendig, um saisonalen Prognosen für die globale Agrarproduktion treffen zu können und Risikobewertungen von Ernteausfällen in den Hauptanbauregionen anfertigen zu können, wie etwa die Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise und die Ernährungssicherheit weltweit. (ab)

06.12.2019 |

Studie: Länder haben starken Einfluss auf die Bodenerosion

Boden
Bodenerosion (Foto: Wikimedia Commons, Volker Prasuhn, bit.ly/cc-by-sa30)

Bodenerosion ist ein globales Problem, das die Ernährungssicherheit und das Funktionieren von Ökosystemen bedroht. Aktuell geht weltweit mehr Boden verloren als neu aufgebaut wird. Bodenerosion tritt je nach Region oder Standort unterschiedlich stark auf. Aber macht sie auch an Grenzen halt? Dieser Frage gingen nun Schweizer Forscher nach. Ihre im Fachjournal „Nature Sustainability“ erschienene Studie zeigt, dass Länder und politische Grenzen einen erstaunlich großen Einfluss auf die Bodenerosion haben. Gestützt auf Satellitenbilder modellierten die Forscher Erosionsraten und trugen diese auf eine Karte in Kilometerquadrate ein. Auf einer anderen Karte wurde die mögliche natürliche Erosionsrate abgebildet. Der Abgleich zeigte den Unterschied zwischen aktueller und natürlicherweise auftretender Erosion und machte sichtbar, ob an politischen Grenzen auf der Karte natürliche „Sprünge“ in der Erosionsrate erwartbar wären und welche Unterschiede aktuell ablesbar sind. Die Forscher stellten einen deutlichen „Ländereffekt“ entlang von Grenzen fest. „Die Rate, mit der Böden erodieren, hängt stark davon ab, auf welcher Seite einer Grenze und somit in welchem Land der Boden liegt“, sagt Erstautor David Wüpper von der ETH Zürich.

Ein untersuchtes Beispiel ist die Insel Hispaniola, auf der Haiti und die Dominikanische Republik liegen. Natürlicherweise wäre die Insel überall dicht mit tropischem Wald bedeckt und es gäbe wenig natürliche Erosion, da die Vegetation den Boden vor dem Abtrag durch Regen schützen würde. Aus der Luft ist die Grenze zwischen beiden Ländern leicht anhand der Vegetationsunterschiede erkennbar: die haitianische Seite wirkt kahl und karg. Jährlich gehen in Haiti pro Hektar 50 Tonnen mehr Bodenmaterial verloren als im Nachbarstaat. Wäre die Insel Hispaniola im Naturzustand ohne menschliche Eingriffe verblieben, gäbe es entlang der Grenze keinen sprunghaften Anstieg der Bodenerosion. „Dieser Sprung deutet auf politische Einheiten hin, nicht auf naturräumliche Grenzen“, sagt Wüpper. Ein weiteres Beispiel ist die Grenze zwischen Mexiko und den USA. Hier ist das natürliche Potenzial für Bodenerosion identisch – das heißt die Erosionsgefahr bedingt durch die Effekte von Regenfällen, Topographie und Bodeneigenschaften. Allerdings herrscht auf beiden Seiten nun vorwiegend Ackerland vor. Auf der US-Seite wird jedoch intensiver Landwirtschaft betrieben und die Ackerböden sind dichter bedeckt, während die Felder auf der mexikanischen Seiten weniger stark bepflanzt sind und so die Bodenabdeckung geringer und die Erosion höher ist.

Die Forscher beziffern auch die Erosionsdifferenz zwischen Ländern. Entlang der Grenze zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik ist sie enorm hoch und zwar 30 Mal höher als der weltweite Durchschnitt. Dieser liegt nach den Berechnungen bei 1,4 Tonnen pro Jahr und Hektar Ackerland. Die Erosionsrate Deutschlands unterscheidet sich von den Nachbarländern nur um 0,2 Tonnen. Das deute darauf hin, dass die Erosion in den meisten deutschen Nachbarländern ebenfalls eher niedrig ist. Die Unterschiede weltweit sind jedoch groß. „Dies verdeutlicht, wie uneinheitlich das gefundene Muster global ist“, sagt Wüpper. Den stärksten Einfluss auf die Bodenerosion der Länder hat die Landwirtschaft beziehungsweise die Art und Weise, wie Bauern den Boden bewirtschaften. Das Einkommensniveau der Länder hat hingegen keinen Einfluss, wie die Forscher anhand des Gini-Indexes auswerteten, der Einkommensungleichheiten abbildet.

Den Autoren zufolge zeigt die Studie auf, welch großes Potenzial Länder haben, um den Schutz der Böden aktiv zu verbessern. Dass der Hebel, den der „Ländereffekt“ biete, so groß ist, sei zuvor nicht klar gewesen. „Nun zeigten wir auf, dass auch übergeordnete Ebenen die Erosion in einem Land stark beeinflussen“, betont Robert Finger von der ETH Zürich. Mit ihrer Methode lasse sich auch feststellen, ob staatliche Maßnahmen für besseren Bodenschutz wirksam sind oder nicht. Eine mögliche Maßnahme sei das Schaffen von ökonomischen Anreizen für eine umfangreichere Bodenbedeckung oder eine verringerte Bodenbearbeitung. Die Wissenschaftler weisen aber auch darauf hin, dass beim Erosionsschutz neue Zielkonflikte beachtet werden müssen. Wenn etwa eine reduzierte Bodenbearbeitung mit steigendem Pestizideinsatz zur Unkrautbekämpfung einhergeht. (ab)

27.11.2019 |

Klimawandel stellt deutsche Landwirte vor Herausforderungen

Dürre
Die Landwirtschaft bleibt vom Klimawandel nicht verschont (Foto: CC0)

Die Folgen des Klimawandels sind bereits jetzt in Deutschland spürbar und treffen vor allem auch die Landwirtschaft hart. Das geht aus dem Monitoringbericht der Bundesregierung hervor, der am Dienstag vorgelegt wurde. Dem Bericht zufolge hat sich die mittlere Lufttemperatur in Deutschland von 1881 bis 2018 um 1,5 Grad erhöht. Allerdings stieg sie allein in den letzten fünf Jahren um 0,3 Grad an. Die Folgen sind zum Beispiel vermehrte Gesundheitsrisiken durch die Hitzebelastung, eine ansteigende Oberflächentemperatur der Nordsee sowie stärkere Ertragsschwankungen. „Die Folgen des Klimawandels treten immer deutlicher zu Tage. Die Erhöhung der durchschnittlichen Temperatur in Deutschland um 0,3 Grad in nur fünf Jahren ist alarmierend“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Auch die „Heißen Tage“, an denen das Thermometer über 30 Grad klettert, nehmen zu: Waren es 1951 noch drei Tage im Jahr, sind es nun im Schnitt 10. Darunter leiden viele Menschen, gerade in den Städten. Es kommt zu hitzebedingten Todesfällen: Im Jahr 2003 starben 7.500 Menschen mehr als ohne Hitzeperiode zu erwarten gewesen wäre. 2006 und 2015 gab es je 6.000 zusätzliche Todesfälle. „Die Botschaft des Monitoringberichts lautet: Die Zukunft hat uns bereits erreicht. Deutschland steckt mittendrin in der Erderhitzung, mit weitreichenden Folgen für Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit“, so Schulze. „Dem können wir nur mit vorsorgendem Klimaschutz und konsequenter Anpassung an den Klimawandel begegnen.“

Der Landwirtschaft ist in dem 276 Seiten starken Bericht, der vom Umweltbundesamt mit fast 200 Personen aus 30 Bundes- und Länderbehörden, mehreren Unis und Fachverbänden erarbeitet wurde, ein eigenes Kapitel gewidmet. In Deutschland haben sich die Jahres- und Vegetationszeiten verschoben, stellen sie fest. Die Dauer der Vegetationsperiode stieg von 222 Tagen (1951-1981) auf 232 Tage (1988-2017). Entwicklungsstadien, wie Blattentfaltung, Blüten- oder Fruchtbildung, setzen früher ein und jene in Herbst und Winter später. Das gilt nicht nur für Wildpflanzen, sondern auch für landwirtschaftliche Kulturen. „Apfel und Winterraps blühen aufgrund der höheren Wärmesummen im Frühjahr immer früher“, schreiben die Autoren. Eine verlängerte Vegetationsperiode und höhere Temperaturen können die Erträge zwar steigern und den Anbau von bisher nicht in unseren Breiten kultivierbaren Fruchtarten ermöglichen, aber mit einer früher eintretenden Blüte ist z.B. auch ein höheres Risiko von Spätfrostschäden und Ernteausfällen verbunden.

Der Klimawandel bringt aber auch durch Trockenstress oder Extremereignisse wie Stürme, Starkregen, Hagel und Überschwemmungen das zunehmende Risiko von Ertragseinbußen mit sich. Extremjahre führen zu ausgeprägten Wechseln zwischen positiven und negativen Abweichungen der Erträge von den Vorjahren. „Infolge von Wetterextremen sind in der deutschen Pflanzenproduktion in den letzten Jahren immer wieder zum Teil erhebliche Ertragsausfälle entstanden“, heißt es weiter. Laut einer Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft verursachen Wetterrisiken in Deutschland zwischen 1990 und 2013 jährlich Ernteschäden von rund 510 Millionen Euro. Dass die Ertragsausfälle auch deutlich höher ausfallen können als dieser Durchschnitt zeigte der Dürresommer 2018. Die langanhaltende Trockenheit und Hitze verursachte in der Landwirtschaft Schäden und Ertragsausfälle in Höhe von 770 Millionen Euro. „Neben der Pflanzenproduktion ist auch die Tierproduktion vom Klimawandel betroffen“, warnen die Autoren „Zu rechnen ist unter anderem mit Einbußen in der Milch-, Eier- und Fleischerzeugung infolge von Hitzewellen, dürrebedingt mangelndem Grundfutteraufkommen und hitzebedingten Beeinträchtigungen der Tiergesundheit.“

Die Folgen des Klimawandels schlagen sich auch in den Böden nieder. So haben in den letzten 50 Jahren die Bodenwasservorräte in landwirtschaftlich genutzten Böden in der Vegetationsperiode deutlich abgenommen. „Angepasste landwirtschaftliche Bewirtschaftungsweisen sind notwendig, mit denen der Humusvorrat im Boden und die Bodenwasserversorgung gefördert werden können, um auf Dürreperioden besser vorbereitet zu sein“, raten die Autoren zu notwendigen Anpassungsstrategien. Auch die Bodenerosion durch Wasser gehört zu den intensiv diskutierten Folgen des Klimawandels auf die Böden, heißt es weiter. Als Ursachen gelten u. a. häufige und ausgeprägte erosionswirksame Starkregenereignisse sowie eine Zunahme der Sommertrockenheit und der Winterniederschläge. In Nordrhein-Westfalen etwa stieg die niederschlagsbedingte Erosivität seit den 1970er Jahren signifikant an. An Standorten mit empfindlichen Böden und großer Hangneigung muss auf diese Veränderungen reagiert werden, indem bei der landwirtschaftlichen Bodennutzung gezielte Maßnahmen zum Erosionsschutz ergriffen werden müssen, betont der Bericht. (ab)

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