Tipps und Medien

Kritischer Agrarbericht 2016 zum Thema Wachstum erschienen

„Weniger ist schwer“ – so dürfte jeder antworten, der sich in der Landwirtschaft auskennt. Über Jahrzehnte hat sich die Agrarwirtschaft dem Diktat des „Wachsen oder Weichen“ gebeugt. Doch mit dem agrarindustriellen Wachstum der Betriebe wachsen die Probleme mit: beim Tierschutz, bei der Nährstoffversorgung der Böden, beim Einsatz von Pestiziden, beim Schutz der biologischen Vielfalt, aber auch bei der Arbeitssituation der Menschen, die auf den Betrieben leben. Der Kritische Agrarbericht 2016 behandelt die Frage, wie dem blinden „Weiter so!“ der Agrarindustrie etwas Sinnvolleres entgegenzusetzen ist: eine bäuerliche Landwirtschaft, die ihrer Verantwortung der Gesellschaft gegenüber gerecht wird, aber auch gegenüber den Tieren und der Natur, mit und von der wir alle leben. Weitere Informationen gibts hier.

"Wer die Saat hat, hat das Sagen." Dieses Sprichwort bringt es auf den Punkt: Wer unser Saatgut kontrolliert, kontrolliert die gesamte Nahrungsmittelkette. Die Agrarindustrie versucht weltweit die Kontrolle über die Saat zu übernehmen. Doch vielerorts kämpfen Bäuerinnen und Gärtner dafür, über ihr Saatgut und ihre Art der Landwirtschaft selbst zu bestimmen. Sie geben ihr Saatgutwissen weiter, tauschen bäuerliche Sorten und erproben zukunftsfähige Wege der Zusammenarbeit. Welche Wege Samengärtner, Züchter und Aktivistinnen finden, um die Sortenvielfalt zu erhalten, schildert dieses liebevoll gestaltete Buch - und macht dabei Lust, beim Samengärtnern selbst dabei zu sein.

Erscheinen ist das Buch von Anja Banzhaf im oekom verlag.

Welternährung war immer wieder Schwerpunkt der G7-Gipfel. Dazu haben die Regierungen Programme verabschiedet, die mit dem Ziel der Hungerbekämpfung Investitionen in die Landwirtschaft in Entwicklungs-ländern vereinfachen sollen - faktisch aber lediglich Konzernen neue Absatzmärkte verschaffen. In der Broschüre Konzernmacht grenzenlos haben Brot für die Welt, FIAN, Forum Umwelt und Entwicklung, INKOTA, Misereor, Oxfam und die Welthungerhilfe aktuelle Informationen zusammengetragen, die die Machtkonzentrationen im Agrarsektor von Saatgut, über Handelspolitik bis hin zum Supermarkt mit Fakten und Beispielen veranschaulichen. Sie zeigen auf, an welchen Stellschrauben die G7 drehen müssen, wenn sie tatsächlich zu einer nachhaltigen Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung beitragen wollen.

Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf zehn Milliarden anwachsen. Doch wo soll die Nahrung für alle herkommen? Kann man Fleisch künstlich herstellen? Sind Insekten die neue Proteinquelle? Oder baut jeder bald seine eigene Nahrung an? Regisseur Valentin Thurn erkundet auf der Suche nach Antworten auf die Frage, wie wir verhindern können, dass die Menschheit durch die hemmungslose Ausbeutung knapper Ressourcen die Basis für ihre Ernährung zerstört, die wichtigsten Grundlagen der Lebensmittelproduktion. Er spricht mit Machern aus den gegnerischen Lagern der industriellen und der bäuerlichen Landwirtschaft, trifft Biobauern und Nahrungsmittelspekulanten, besucht Laborgärten und Fleischfabriken. Infos, DVD, Schulmaterialen und den Trailer gibt es hier.

Ackerland wird immer wertvoller und seltener. Jedes Jahr gehen etwa 12 Millionen Hektar Agrarfläche durch Versiegelung verloren. Nach der Finanzkrise 2008 hat das globale Finanzkapital die Äcker der Welt als Geschäftsfeld entdeckt. Mit dem Landraub wollen die Reichsten der Welt sich Zugriff auf die wichtigste Ressource dieser Welt sichern. Statt Bauern bestimmen dann Profitinteressen über die Böden. Der Film LANDRAUB portraitiert die Investoren und ihre Opfer, erzählt in großen Bildern von den Folgen des Landraubs und zeigt auf, warum wir alle damit zu tun haben. Der Film ist seit März 2016 auch auf DVD erhältlich. Hier gibt es den Trailer und Materialien für den Schulunterricht.

Das ABC der besten grünen Filme von Utopia

Utopia hat einen Überblick zu Dokumentar- und Spielfilmen rund ums Thema Nachhaltigkeit und Konsum zusammengestellt. Darunter befinden sich auch viele Film zu Ernährung und Nahrungsmittelproduktion, Konsum und Produktionsbedingungen, Klimawandel, Landwirtschaft und Gentechnik. Was sie alle gemeinsam haben, ist die Botschaft: Es muss sich etwas ändern. Viel Spaß beim Nachlesen und Ansehen.

Böden bilden nicht nur die Basis der Lebensmittelproduktion, sondern filtern Regenwasser, speichern Kohlenstoff und beherbergen eine unendliche Vielzahl an Mikroorganismen. Doch unsere Böden sind bedroht und umkämpft. Warum wird Land immer teurer? Wem gehört es? Wieviel Boden geht jährlich verloren? Wie viele Quadratkilometer Acker- und Weideflächen „importieren“ wir für unsere Ernährung?
Zum Auftakt des Internationalen Jahr des Bodens 2015 haben die Heinrich-Böll-Stiftung, das IASS, der BUND und Le Monde diplomatique den Bodenatlas veröffentlicht. Dieser präsentiert Daten und Fakten über die Bedeutung und den Zustand von Land, Böden und Ackerflächen in Deutschland, Europa und weltweit - angereichert mit vielen Grafiken. Der Atlas kann hier heruntergeladen oder online gelesen werden.

Der Kritische Agrarbericht 2015: „Agrarindustrie und Bäuerlichkeit“

Die bäuerliche Landwirtschaft erlebt gerade eine Renaissance – rhetorisch zumindest. Die UN rief 2014 das „Internationale Jahr der Familienlandwirtschaft“ aus. Auch jenseits der landwirtschaftlichen Kreise ist neuerdings viel von Bäuerlichkeit die Rede. Meist sind es Bilder einer traditionell geprägten Landwirtschaft, die auch von der Agrarindustrie für ihre Werbezwecke genutzt werden – ansonsten aber von dieser als „nicht zukunftsfähig“ diskreditiert werden. „Agrarindustrie und Bäuerlichkeit" ist 2015 Schwerpunkt des Kritischen Agrarberichts. Um Weichenstellungen zwischen diesen Polen wird es auch 2015 in den anstehenden Debatten in Berlin und Brüssel gehen: EU-Agrarreform, TTIP, nationale Gentechnik-Anbauverbote und die Novellierung der Düngeverordnung in Deutschland sind nur vier der zentralen agrarpolitischen Themen, die der Bericht behandelt. Er kann hier beim AgrarBündnis bestellt werden.

Agropoly - wenige Konzerne beherrschen die Lebensmittelproduktion

Saatgut, Jungtiere, Futtermittel, Dünger – was früher auf dem Bauernhof selbst produziert werden konnte, sind heute separate Sektoren der industrialisierten und globalisierten Wertschöpfungskette für Nahrungs-mittel. Dazu gehören auch der Handel, die Verarbeitung und der Verkauf von Lebensmitteln. Das schwächste Glied in der Kette sind die Bauern, die die Lebensmittel produzieren. Besonders Kleinbauern im Globalen Süden geraten im Zuge des Konzentrationsprozesses in der Nahrungs- mittelproduktion immer mehr unter Druck durch Patente auf Saatgut, Verdrängung vom Land, unfaire Arbeitsbedingungen, zu niedrige Preise und die Verdrängung von informellen Märkten. Die Agropoly-Broschüre dokumentiert den Konzentrationsprozess und zeigt, wie immer weniger Firmen Geschäftsbedingungen, Preise und teils politische Rahmenbe- dingungen diktieren. Bestellung beim Forum Umwelt und Entwicklung.

Fleischatlas 2014 - Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel

Jeder Deutsche isst in seinem Leben durchschnittlich 1.094 Tiere, verteilt auf 4 Rinder, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. Doch was hat unser Schnitzel auf dem Teller mit der Abholzung des Regenwalds zu tun? Und wie hängt es mit ländlicher Armut und Hunger in Entwicklungsländern zusammen? Wie werden die Tiere, die wir essen, gehalten und welche Auswirkungen hat die Massentierhaltung auf unser Klima? Diese Fragen stellen wir uns als Verbraucher viel zu selten, dabei ist unser Essen auch eine politische und ethische Entscheidung. Um Einblicke in die Zusammenhänge unseres Fleischkonsums zu geben,  veröffentlichten die Heinrich-Böll-Stiftung, der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) und Le Monde Diplomatique am 10. Januar den „Fleischatlas“. Dieser ist ab sofort kostenlos als Print- und Onlineausgabe bei den Herausgebern erhältlich.

Videomitschnitt zur Veranstaltung „Die Zukunft der Welternährung"

Welche Landwirtschaft kann 10 Milliarden Menschen ernähren? Ist die industrielle Agrarwirtschaft unabdingbar oder sind Kleinbauern das Rückgrat der Welternährung? Wird nicht bereits genug produziert, um 12 Milliarden zu ernähren? Wäre die Fortführung des Weltagrarbericht- Prozesses nicht sinnvoll? Darüber diskutierten bei Brot für die Welt VertreterInnen von BMZ, BMEL, der VDW und Biovision. Zum Video!

Kostenloses Unterrichtsmaterial: Landwirtschaft und Ernährung

Landwirtschaft konkret ist der Titel eines 2014 neu aufgelegten Angebots der Gregor Louisoder Umweltstiftung für Lehrer, Umweltpädagogen, Journalisten und andere Multiplikatoren, das die Thematik Landwirtschaft verständlich aufbereitet. Die Bandbreite erstreckt sich von der deutschen Landwirtschaft (Betriebsstruktur, Tierschutz, Umweltauswirkungen, politische Bedingungen) bis zu globalen Themen (Welthandel, Agrosprit). Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei den Umweltauswirkungen des Biobooms. Nicht zu kurz kommen dabei konkreten Handlungs-möglichkeiten im Alltag, wie beim täglichen Einkauf.
Die gedruckte Version der Unterrichtsmappe kann gegen Einsendung einer 240-Cent Briefmarke bei der Gregor Louisoder Umweltstiftung bestellt werden, Farbgrafiken gibt es hier zum Download.

Tödliche Ernte: Gülle, Gift und Gene

Wussten Sie, dass Tiere viermal so viele Pharmazeutika zu sich nehmen wie Menschen? Und dass die Landwirtschaft mehr Staats-Milliarden kassiert als marode Banken? Ein Kartell aus Großmästern, Futtermittel-, Gentechnik- und Lebensmittel-Multis hat ein System des Überflusses geschaffen. Es kassiert Steuergelder für Lebensmittel, die dann im großen Stil weggeworfen werden.
Dieses Buch zeigt das skrupellose Streben nach Macht und Profit, enthüllt die mafiösen Strukturen einer Branche und nennt die Verantwortlichen. Der Autor seziert den Filz beim Bauernverband und den Zulieferern, bei vermeintlichen Verbraucherschutzbehörden und angeblich unabhängigen Forschern und Instituten. Ein erschreckender Blick hinter die Kulissen einer Branche, die mächtiger ist als die Politik.
Tödliche Ernte von Richard Rickelmann ist im Ullstein Verlag erhältlich.

Interview zum Weltagrarbericht

Benedikt Haerlin erläutert die Kernaussagen des Weltagrarberichts:

Feminismus und Ökologie

Die „Green Economy“ war Thema bei der Konferenz Rio+20 im Jahr 2012 und wurde viel diskutiert. Die Autorin des Essays „Die Zukunft, die wir wollen“ Christa Wichterich vermisst in dieser Diskussion die Rolle der Gleichberechtigung der Frauen. Obwohl der Geschlechtergerechtigkeit schon auf der ersten UN-Konferenz vor 20 Jahren eine entscheidende Rolle bei Armutsbekämpfung und Umweltschutz zugesprochen wurde und der Weltagrarbericht die Rolle der Frau bei der Hungerbekämpfung betonte, hatte das Thema im Vorfeld von Rio+20 nur wenig Gewicht. Die Autorin prüft sie verschiedene Modelle, die Geschlechtergerechtigkeit und öko-soziale Nachhaltigkeit zusammendenken und versucht Ansätze einer feministischen Ökologie und einer Nachhaltigkeitsdebatte aus Gender-Perspektive wieder auf die Agenda zu setzen. Essay herunterladen

Regionalbericht zu Afrika südlich der Sahara auf Deutsch erschienen

Der Regionalbericht zu Afrika südlich der Sahara (SSA) des Weltagrarberichts ist nun auch auf Deutsch erhältlich. Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) ist Herausgeber der Übersetzung des Berichts. Damit stehen nun auch einem deutschsprachigen Publikum die Kernaussagen des Regionalberichts und die Handlungsmöglichkeiten, die dieser aufzeigt, zur Verfügung. Der Bericht zu Afrika südlich der Sahara (Sub-Saharan Africa, SSA) beschäftigt sich mit einer Region, die mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat, zugleich aber über großartige und wunderbare Menschen und natürliche Lebensgrundlagen verfügt.
Das rund 400 Seiten umfassende Werk kann bei Hamburg University Press für 39,80 € bestellt werden oder steht hier zum kostenlosen Download bereit.

Lesenswert: Politik des Hungers

Knapp 900 Millionen Menschen - ein Achtel der Menschheit - leiden an Hunger. Walden Bello fragt nach den Ursachen des Hungers. Der Träger des Alternativen Nobelpreises findet sie in der Kapitalisierung der Landwirtschaft. Sein 2010 erschienenes Buch „Politik des Hungers" befasst sich mit den Folgen der von Weltbank und IWF verordneten Strukturanpassungsprogramme für Kleinbauern und Landarbeiter. Bellos Buch ist eine tiefgehende Analyse der politischen Ökonomie des Hungers sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den gängigen Theorien wirtschaftlicher Entwicklung.
200 Seiten, für 16 Euro hier zu bestellen, mehr dazu bei Schattenblick

Der Kritische Agrarbericht 2012

Der Kritische Agrarbericht wird alljährlich vom „Agrarbündnis“ im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche vorgestellt. Auch im Jahr 2012 warnt der Bericht wieder vor kritischen Entwicklungen in der Agrarpolitik. Er kommt unter anderem zu dem Schluss, dass für 2012 schätzungsweise zehnmal mehr neue Mastanlagen von Hühnern geplant sind, als es bräuchte, um die wachsende Nachfrage zu bedienen. Neben den problematischen Folgen für Umwelt- und Naturschutz führe das auch zu einem Preiskampf unter Mästern. Es sei außerdem zu erwarten, dass in den riesigen Mastanlagen antibiotikaresistente Keime gezüchtet werden. Da das System der Massentierhaltung ohne den massenhaften Einsatz von Antibiotika nicht funktioniere, fordert der Bericht eine Wende in der Agrarpolitik. Ein weiteres Thema ist die geplante Energiewende. Der Bericht mahnt, für Energie, die tatsächlich „sauber“ ist, dürfe es keinen massenhaften Maisanbau und Abholzung von Wald geben, um Biomasse zu gewinnen. Das schade der Artenvielfalt und der Bodenqualität. Mehr Infos und Bestellung...

Neue Berichte zur Welternährung und Landwirtschaft

Was gut ist setzt sich durch, wenn auch selten so schnell wie erhofft. Fast drei Jahre nach der Veröffentlichung des Weltagrarberichts haben wichtige internationale Institutionen und Wissenschaftler seine Botschaft aufgegriffen und fordern eine radikale Wende in der Ernährungs- und Agrarpolitik. Allenthalben ist von einem unausweichlichen Paradigmenwechsel die Rede, von Reduzierung des Verbrauchs statt Steigerung des Wachstums und von einem neuen, agrarökologischen Innovations-System, in dessen Mittelpunkt Kleinbäuerinnen und -bauern stehen. Hier finden Sie eine Übersicht.

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