Aktuelles

EU Agrar-Reform: Die Debatte hat begonnen

Mit einer Rede vor dem Europäischen Parlament hat EU-Agrarkommissar Dacian Cioloș am 12. April die Debatte über die gemeinsame europäischen Agrarpolitik ab 2013 eröffnet. Auf dem Spiel stehen die Perspektiven von Europas Landwirten, der Beitrag der Landwirtschaft zu Klimaerwärmung, Artensterben, Vergiftung von Boden und Wasser und die Entwicklung ländlicher Gebiete; aber auch die Zukunft von Bauern in Entwicklungsländern hängt von Nachfrage und Angebot des größten Agrarimporteurs und –exporteurs der Welt ab. Und es geht um die Gesundheit und Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger in Zeiten, in denen die Auswirkungen von Klimawandel, Ölpreis-, Lebensmittel- und Landspekulationen, Rohstoff- und Gentechnik-Monopoly, Hungerkrisen und Wassermangel harte Realität sein werden.
Grund genug, diese Debatte nicht der Agrar- und Industrielobby zu überlassen. Erstmals wird die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nicht hinter verschlossenen Türen von den Agrarministern ausgekungelt , sondern im Europäischen Parlament debattiert und mitentschieden.

Die EU-Kommission lädt jetzt zur Beteiligung an der Debatte auf einer eigenen Webseite ein. Bis zum 3. Juni können Sie hier durch die Beantwortung von vier Fragen der Kommission Ihre Meinung sagen.

Eine Gruppe von NGOs und Journalisten in Brüssel möchte darüber hinaus engagierten Organisationen eine Plattform für eine „Europäische Agrarkonvention bieten.
In Deutschland haben kritische Bauern-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen grundlegende Positionen zur Agarreform formuliert.
Ein Entschließungsantrag der SPD im Bundestag "Herausforderung Klimawandel - Landwirtschaft 2050" versucht, auch hier die Debatte zu eröffnen.
In den USA, wo zeitgleich die nächste „farm bill“ die Rahmenbedingungen der US-Agrarpolitik des nächsten Jahrzehnts abstecken wird, hat die Debatte ebenfalls begonnen.

Blog-Genossenschaft zur globalen Landwirtschaft

Zusammen mit anderen Expertinnen und Experten zur globalen Landwirtschaft betreiben wir das gemeinsame Informationsportal www.agrardebatte.de Diese "Blog-Genossenschaft" von Journalisten bietet Analysen, Berichte und Reportagen, Kommentare und Meinungen zur Diskussion über eine nachhaltige und faire Landwirtschaft der Zukunft. Schauen Sie doch mal rein…

Appell gegen Patentierung des Lebens

Es begann mit gentechnisch veränderten Organismen:  Anders als herkömmliche Züchtungen können sie patentiert werden. Niemand darf sie ohne Erlaubnis des Inhabers benutzen. Mittlerweile erheben Gentechnikfirmen Patentansprüche auf einzelne Abschnitte des Erbgutes. Jetzt gehen sie einen Schritt weiter: 30% der Patentanmeldungen des Marktführers Monsanto und 50% seines Konkurrenten Syngenta bezogen sich seit 2005 auf klassische Züchtung, hauptsächlich von Pflanzen, aber auch von Tieren. Dabei reichen das beanspruchte "geistige Eigentum" bis zu den Endprodukten: Schnitzel und Schinken etwa von Schweinen, die mit einem patentierten Verfahren ausgewählt oder mit patentiertem Gentechnikfutter gemästet wurden.  Mit einem Appell wendet sich No Patents on Seeds gegen die Monopolisierung genetischer Ressourcen und weltweite Kontrolle der Lebensmittelkette durch wenige internationale Konzerne. Hier geht es zum Appell, der auch von Einzelpersonen unterzeichnet werden kann:  „Stoppt die Monsantoisierung von Lebensmitteln, Saatgut und Tieren“ 
Mehr über Patente auf Leben finden sie auch beim Informationsdienst Gentechnik

Lesenswert: Politik des Hungers

Mehr als  eine Milliarde Menschen – knapp ein Sechstel der Menschheit - leidet an Hunger. Walden Bello fragt nach den Ursachen des Hungers. Der Träger des Alternativen Nobelpreises findet sie in der Kapitalisierung der Landwirtschaft. Sein im April erschienenes Buch »Politik des Hungers« befasst sich mit den Folgen der von Weltbank und IWF verordneten Strukturanpassungsprogramme für Kleinbauern und Landarbeiter. Bellos Buch ist eine tiefgehende Analyse der politischen Ökonomie des Hungers sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den gängigen Theorien wirtschaftlicher Entwicklung.

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Nachrichten

28.07.2010

Weltbank warnt vor zunehmenden ‘farmland grab’

Ackerland wird für Investoren immer interessanter. Speziell in Ländern mit schwachen Gesetzen wird billiges Land gekauft, jedoch bleiben dann die versprochenen Jobs, Investitionen und Infrastruktur aus. In einigen Fällen, so der Bericht der Weltbank, ging die Landnahme mit drastischen Schäden für die lokalen Ressourcen einher. Der Bericht “The Global Land Rush: Can it yield sustainable and equitable benefits?”, soll Mitte August veröffentlicht werden und wurde vorab der Finanzial Times zugespielt.

International News

2010-03-31

Genetic engineering not the solution to hunger in Africa

Afrika Globus ©photographer: Dieter Schütz,www.pixelio.de

Genetic engineering is a technology in search of a problem; a product in search of a market. This should be foremost in the minds of civil society leaders, farmers and politicians attending the ”Innovation and partnerships to realise Africa’s rice potential” conference in Mali this week. Lobbyists from the genetic engineering (GE) industry are offering Africa a stark choice between hunger and GE crops. This is a false choice. Hunger can be avoided without growing and eating GE crops.

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