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27.06.2016

Landwirtschaft der Zukunft: Agrarökologische Lösungen ernähren die Welt

Reisbauer Kleinbauern ernähren die Welt (Foto: CCO/Pixabay)

In der Agrarökologie liegt der Schlüssel im Kampf gegen den Klimawandel, Umweltzerstörung und den Welthunger. Das ist die Botschaft des Berichts „Farming for the Future“, den Friends of the Earth am 21. Juni veröffentlicht haben. Ziel des Berichts ist es, mit einigen sich um das Thema Welternährung rankenden Mythen gründlich aufzuräumen und wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenzutragen, die das Potenzial des Ökolandbaus und agrarökologischer Praktiken belegen, die Welt nachhaltig zu ernähren. Die Autoren warnen, dass das „vorherrschende industrielle Ernährungssystem weltweit die Böden, Wasser und die Biodiversität stark in Mitleidenschaft zieht, Klimafolgen verstärkt, Reichtum und Macht über die Ressourcen unserer Ernährung zementiert und Armut und Hunger weltweit anheizt.“ Dennoch verteidigen das Agribusiness, philantropische und internationale Organisationen sowie politische Entscheidungsträger dieses System und rechtfertigen Politiken, Forschung und Märkte, die zerstörerische landwirtschaftliche Praktiken fördern und Reichtum und Macht in den Händen weniger konzentrieren, kritisiert der Bericht. Der beliebteste Mythos besage, dass die Lebensmittelproduktion erheblich gesteigert werden müsse, um eine wachsende Welt zu ernähren. Doch obwohl die moderne Landwirtschaft mehr Nahrung pro Kopf hervorbringt denn je zuvor, gelten immer noch etwa 800 Millionen Menschen als unterernährt. Wissenschaftler schätzen, dass die Landwirte bereits heute genug produzieren, um 10 Milliarden Menschen ausreichend zu ernähren – also mehr als genug für die Erdbevölkerung heute und im Jahr 2050. „Die Forschung zeigt durchweg, dass der Welthunger kein Problem der Verfügbarkeit ist sondern eher Folge von Armut, fehlender Demokratie und ungleichem Zugang zu Land, Wasser und anderen Ressourcen“, so die Autoren. Auch dem Mythos, der Ökolandbau und agrarökologische Praktiken seien nicht ertragreich genug, tritt der Bericht mit einem Schatz an Studienergebnissen entgegen, die zeigen, dass eine ökologische Landwirtschaft mehr als genug für alle produzieren könnte und beträchtliche Vorteile für die Wirtschaft, die menschliche Gesundheit und die Umwelt mit sich bringt. Die Autoren verweisen auch auf den Weltagrarbericht: „Investitionen in nachhaltige, regionale Ernährungssysteme können eine Win-win-Situation für Kleinbauern, ihre Familien und die Wirtschaft vor Ort darstellen, da sie Beschäftigung und wirtschaftliches Wachstum ankurbeln. Indem sie eine Vielfalt an Lebensmitteln für die lokale Verarbeitung und Vermarktung produzieren, schaffen sie Arbeit auf lokaler Ebene“, gibt der Bericht eine der Kernaussagen des Weltagrarberichts wider. Das Fazit von Friends of the Earth: „Um die Welt zu ernähren und zugleich mehreren Umweltkrisen zu begegnen, bedarf es Politiken und öffentlicher Investitionen zur Förderung von Agrarökologie, einer diversifizierten ökologischen Landwirtschaft und kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Existenzen. Lösungen müssen auf die Belebung der ländlichen Wirtschaft abzielen, die Ernährungssouveränität voranbringen und das Ernährungssystem demokratisieren.“ (ab)

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