Nachricht

11.04.2012 |

Deka Bank will Spekulationen mit Grundnahrungsmitteln stoppen

Getreide
Wetten auf Agrarrohstoffe sollen gestrichen werden (Foto: Erika-Grazilis/Pixelio)

Bis zum Jahresende will die Deka Bank die im Fonds "Deka-Commodities" angebotenen Wetten auf wichtige Agrarrohstoffe aus ihrem Portfolio streichen.Die Bank begründet ihre Entscheidung mit dem Vorsorgeprizip. Zwar sieht sie die Auswirkung ihrer Anlagen auf Nahrungsmittelpreise nicht als "hinreichend und abschließend belegt" an, allerdings gäbe es auch keine eindeutige "Entwarnung". Foodwatch hatte die Banken im Oktober 2011 aufgefordert, sich aus der Spekulation mit Agrarrohstoffen zurückzuziehen. Foodwatch Geschäftsführer Thilo Bode kommentierte diesen Ausstieg als einen ersten richtigen Schritt und einen Schlussstrich unter ein unverantwortliches Geschäft.

29.03.2012 |

Rio+20: Juristen kämpfen gegen leere Versprechungen

Justitia
Justitia(Foto: Florentine/pixelio.de)

Der UN-Umweltgipfel „Rio+20“ naht und die Erwartungen bei Umweltschützern und Zivilgesellschaft sind niedrig. Zu enttäuschend waren die Erfahrungen, als bei der Vorgänger Konferenz vor 20 Jahren größtenteils leere Versprechung gemacht wurden. Auch in diesem Jahr droht die Konferenz wieder wenig effektiv zu werden. Hochrangige Richter, Staatsanwälte, Rechtswissenschaftler, Gutachter und Entwicklungsexperten wollen dem nun vorbeugen. Sie wollen auf einem Weltkongress für Justiz, Regierungsführung und Recht für Umweltstabilität Leitlinien festlegen, die die Umsetzung der ausgehandelten Umweltabkommen voranbringen. "Wir sind die Erklärungen satt", meint Antonio Herman Benjamin, Richter am Obersten Gerichtshof Brasiliens. Im April wollen die Rechtsexperten ihre Strategien vorstellen.

21.03.2012 |

Deutsche Bank will Nahrungsmittelspekulationen drosseln

Gerste
Spekulationen mit Agrarrohstoffen treiben die Lebensmittelpreise in die Höhe (Foto:Grace-Winter/pixelio)

Die Deutsche Bank zieht scheinbar Konsequenzen aus der Kritik von Verbraucherschützern, Nahrungsmittelspekulationen trieben die Preise für Nahrungsmittel nach oben und führen damit, insbesondere in ärmeren Ländern, zu Hunger. Die Deutsche Bank will nun ihr Engagement bei spekulativen Rohstoffgeschäften für die Nahrungsmittelproduktion überdenken und im laufenden Jahr keine neuen, an der Börse gehandelten Anlageprodukte mehr emittieren, die auf dem Handel mit landwirtschaftlichen Rohstoffen oder auf Preiswetten von Grundnahrungsmitteln basieren. Einen vollständigen Ausstieg aus der Agrarspekulation lehnt die Deutsche Bank jedoch bisher ab. Verbraucher- und Entwicklungshilfe Organisationen sehen diese Entwicklung als halbherzig. Die Deutsche Bank übernehme nur scheinbar Verantwortung da die bestehenden Produkte fortgeführt werden und weiterhin die Hungerkrisen der Welt verschärfen.

20.03.2012 |

Mit Gentechnik gegen den Welthunger? Bundesregierung liefert keine überzeugenden Argumente

Kein Brot für die Welt?
Kein Brot für die Welt? (Photo:Rainer Sturm/pixelio.de)

Obwohl die Bundesregierung keine überzeugenden Belege für einen Beitrag der Agrogentechnik zur globalen Ernährungssicherheit vorlegen kann, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Forschung in diesem Bereich mit etwa 15 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. Die Bündnisgrünen kritisieren die Bundesregierung vor allem wegen ihrer mangelnden wissenschaftlichen Sorgfalt. So würden beispielsweise Leserbriefe von Lobbyisten der Agrogentechnik-Industrie als "wissenschaftliche Studien" interpretiert und Autoren, die in enger Verbindung zu Monsanto, Syngenta und Co. stünden, als "neutrale" Wissenschaftler bezeichnet.

16.03.2012 |

Leitlinien zum Landraub

Knappes Land für die lokale Bevölkerung (Photo:Volker Gehrmann)
Knappes Land für die lokale Bevölkerung

Die einjährigen Verhandlungen innerhalb der UN-Welternährungsbehörde (FAO) zwischen Delegierten verschiedener Staaten, sowie Entwicklungsorganisationen, wie Misereor, Fian und Brot für die Welt zum Thema "Landgrabbing" enden jetzt mit der Veröffentlichung von “Freiwilligen Leitlinien zur verantwortlichen Regierungsführung im Umgang mit Landbesitz, Wäldern und Fischereiressourcen”. Viele Kleinbauern verlieren derzeit ihr Land an Investoren, die sich Agrarflächen in den Entwicklungsländern sichern. Die meisten verlieren damit auch ihre einzige Chance, Armut und Hunger zu überwinden. Mit den neuen Leitlinien, die sich für Geschlechtergerechtigkeit und eine Anerkennung des Gewohnheitsrechts bei der Frage des Landbesitzes aussprechen, soll das nun verhindert werden. Während Entwicklungsminister Dirk Niebel das Dokument als „Meilenstein in der Bekämpfung von Landgrabbing“ feiert, bleibt abzuwarten, wie effektiv die freiwilligen Leitlinien angewendet werden.

13.03.2012 |

Landwirtschaft ist größter Wasserverbraucher

Bewässerung in der Landwirtschaft
Bewässerung in der Landwirtschaft (Foto: ingo anstötz/pixelio.de)

In Marseille wurde am Montag der Weltwasserbericht der UNESCO zur Eröffnung des Weltwasserforums veröffentlicht. Rund 900 Millionen Menschen haben demnach keinen Zugang zu Trinkwasser. Größter Verbraucher ist die Landwirtschaft, sie beansprucht etwa 70% des gesamten Wasserbedarfs. Dabei wird nicht einmal ein Fünftel der landwirtschaftlichen Flächen bewässert. Für die Bewässerung wird meist Grundwasser gebraucht, das zwar auf natürlichem Weg relativ schnell kompensiert werden kann. Eine übermäßige Nutzung hat aber eine Absenkung des Grundwasserspiegels zur Folge. Außerdem trägt der Einsatz von Nitrat-Düngern zur Verunreinigung von Grundwasser bei. Die stärkste Auswirkung auf den Wasserverbrauch habe aber das geänderte Konsumverhalten: „Für die Herstellung von einem Kilogramm Reis werden 2.500 Liter Wasser benötigt, für ein Kilogramm Rindfleisch 15.000 Liter.“ Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass nur eine sektorübergreifende internationale Zusammenarbeit eine sinnvolle Wasserbewirtschaftung erreichen kann.

12.03.2012 |

Koalitionskongress zu Rohstoffspekulation

Wolfgang Schäuble
Wolfgang Schäuble, Foto: Armin Kübelbeck (creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de)

Mit der Spekulation auf Rohstoffe wird schon länger auch ein Anstieg der Lebensmittelpreise in Verbindung gebracht, der Menschen in Entwicklungsländern in Armut oder Hunger stürzt. Vergangene Woche beschäftigte sich auch die Unionsfraktion auf einem Rohstoff-Kongress mit der Spekulation auf Lebensmittel. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte, ein Übermaß an Spekulation sei falsch. Er sieht es jedoch als erforderlich an, zuerst für mehr Transparenz und Information zu sorgen, da der Effekt der Spekulation auf den Preisanstieg nicht geklärt sei. So fällt auch der Gesetzesentwurf der Fraktion eher unkonkret aus. Er fordert von der Bundesregierung, sich auf europäischer Ebene für mehr Transparenz und "angemessene Eingriffsinstrumente" starkzumachen.

07.03.2012 |

UN-Experte fordert Junk-Food Steuer

Junk Food (Foto: nimkenja/pixelio.de)
Wird Junk-Food bald besteuert?(Foto: nimkenja/pixelio.de)

Der Sonderberichterstatter der UNO für das Menschenrecht auf Nahrung, Olivier de Schutter, hat einen Bericht an den UN-Menschenrechtsrat vorgelegt. Er kritisiert, das Recht auf Nahrung dürfe nicht zu einem Recht, nicht verhungern zu müssen, verkommen. Er verweist darauf, dass Hunger als ein Mangel an Kalorien verstanden wurde, wodurch der sogenannte versteckte Hunger, der Mangel an Mikronähstoffen, aus dem Fokus geriet. Für die Landwirtschaft bedeute das, dass eine reine Produktivitätssteigerung wenig hilfreich ist. Stattdessen müssten andere Aufgaben der Landwirtschaft, wie die Sicherung eines regelmäßigen Einkommens für Kleinbauern, anerkannt werden. Problematisch seien aber auch Übergewicht und Adiposität. 65 Prozent aller Menschen leben laut de Schutter in Ländern, in denen mehr Menschen an Übergewicht als an Untergewicht sterben, und schlägt eine Steuer auf ungesunde Lebensmittel vor. Mit den Einnahmen sollten Aufklärungskampagnen und gesunde Lebensmittel subventioniert werden.

01.02.2012 |

Bundesregierung will Agrarexportsubventionen abschaffen

Handel in Entwicklungsländern
Handel in Entwicklungsländern (Photo: Volker Gehrmann)

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat ein Zehn-Punkte-Programm zur Ernährungssicherung veröffentlicht. Erfreut zeigen sich viele Entwicklungs- und Landwirtschaftsorganisationen darüber, dass sich die Bundesregierung auf EU-Ebene dafür einsetzten will, die Agrarexportsubventionen vollständig abzuschaffen. Es werde allerdings nicht erwähnt, dass weiterhin staatliche Subventionen in den Ernährungssektor fließen, damit europäische Produkte auf dem Weltmarkt günstig angeboten werden können, so die Direktorin von Brot für die Welt. Auch die Welthungerhilfe bewertet das Programm als Schritt in die richtige Richtung, betont allerdings, es komme darauf an, wie die zehn Punkte konkret umgesetzt werden. Befürchtet wird auch, die angekündigte nachhaltige, aber nicht genauer definierte Produktionssteigerung wolle die FDP durch den Einsatz von Gentechnik erreichen.

01.02.2012 |

Welternährung auch 2012 angespannt

Hunger
Hunger (Photo: Volker Gehrmann)

Die Lage der Welternährung bleibt auch 2012 angespannt. Das Frühwarnsystem für Hungerkatastrophen „Famine Early Warning Center“ (FEWC) zeigt schon jetzt, wo es 2012 drastisch zu wenig Nahrung geben wird. Hilfsorganisationen wie das World Food Program der UNO kritisieren, dass ihre Warnungen von Geldgebern häufig ignoriert werden, bis die Katastrophe schon begonnen habe. Vor der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika im Oktober, haben verschiedene Organisationen beispielsweise schon im Frühjahr 2011 vergeblich gewarnt. Die Präsidentin der Welthungerhilfe Bärbel Dieckmann sieht in der Überproduktion der Industriestaaten keine Lösung. Kleinbauern in Entwicklungsländer hätten zu geringe Einkommen, um sich aus Industrieländern importierte Produkte zu leisten. Viel eher liege die langfristige Lösung also in einer Förderung der nachhaltigen kleinbäuerlichen Landwirtschaft, die Bauern in die Lage versetzt, sich Lebensmittel zu kaufen.

Unterstützer

Unterstützer von www.weltagrarbericht.de Verlag der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. Bioland biovision Brot für die Welt Brot für alle Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland Demeter Zukunftsstiftung Entwicklung in der GLS Treuhand Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz Heidehof Stiftung Mission EineWelt Misereor Naturland Public Eye | Erklärung von Bern Rapunzel - Wir machen Bio aus Liebe Swiss Aid, Ihr mutiges Hilfswerk tegut W-E-G Stiftung
English versionEnglish versionDeutsche Version