Nachricht

20.01.2010 |

Finanzkrise gefährdet Bildung in Entwicklungsländern

Bild Schule
©Fotografenname: knipseline, www.pixelio.de

Die weltweite Finazkrise bedroht laut des diesjährigen UNESCO-Weltbildungsberichts "Ausgeschlossene einbinden" nun auch die Bildungsysteme, insbesondere in vielen Entwicklungsländern. Dem Bericht zufolge gefährden sinkendes Wirtschaftswachstum, steigende Armut und erhebliche Sparzwänge die Fortschritte der letzten zehn Jahre. Es fehlten jährlich rund 16 Milliarden US-Dollar, um das Ziel "Bildung für alle" im Jahr 2015 zu erreichen. "Während Industrieländer ihre wirtschaftliche Erholung voranbringen, drohen vielen Entwicklungsländern Rückschritte in der Entwicklung ihrer Bildungssysteme. Wir können es uns nicht leisten, eine 'verlorene Generation' von Kindern ohne Zugang zur Bildung zu schaffen, denen die Chance genommen wird, der Armut zu entkommen", erklärte UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova. Der Bericht hebt hervor, dass Armut einer der schwerwiegendsten Gründe für Benachteiligung in der Bildung ist. Weltweit leben 1,4 Milliarden Menschen mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag. Die Kosten für die Schulbildung konkurrieren häufig mit Ausgaben für grundlegende Bedürfnisse wie Gesundheits- und Nahrungsversorgung.

18.01.2010 |

Alterung stellt Entwicklungsländer vor zusätzliche Probleme

Afrika Globus
Afrika im Visier (Foto: Dieter Schütz/pixelio.de)

Bis zur Mitte des Jahrhunderts wird sich die Zahl der älteren Menschen von heute 737 Millionen fast verdreifacht haben. Das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung steigt von heute 28 Jahre auf dann 38 Jahre. Diese Zahlen gibt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) auf Grundlage neuer Zahlen der Vereinten Nationen bekannt. „Der Trend zur Alterung macht auch vor den Entwicklungsländern nicht Halt und wird sie angesichts fehlender sozialer Sicherungssysteme bald vor zusätzliche große Probleme stellen“, so Renate Bähr, Geschäftsführerin der DSW. Die Gefahr, dass die künftige ältere Bevölkerung in Entwicklungsländern in großer Armut leben werde, sei extrem groß.

15.01.2010 |

Klimawandel bedroht Milliarden Kleinbauern

Farm Afrika
Photo: Lothar Henke/pixelio.de

Vor dem, anlässlich der Grünen Woche, statt findenen Agrarministergipfel am Montag hat Oxfam erneut an die Staatengemeinschaft appeliert sich stäker für agrar-ökologische Anbauverfahren einzusetzen, um Bodenschutz und Bodenfruchtbarkeit nachhaltig zu verbessern. Bereits jetzt sei die Lebensgrundlage von 1,7 Milliarden Kleinbauern weltweit gefährdet, erklärte die Hilfsorganisation am Freitag in Berlin. Die betroffenen Kleinbauern - davon 837 Millionen in Asien und 228 Millionen in Afrika - leben Oxfam zufolge in ertragsschwachen und benachteiligten Gebieten, teils mit geringen Niederschlägen. Oxfam kritisierte, umweltschonende Anbaumethoden würden bislang bei der Hungerbekämpfung kaum berücksichtigt. "Der EU-Fonds in Höhe von einer Milliarde Euro, der während der Nahrungsmittelkrise 2008 geschaffen wurde, finanziert nur zu 14 Prozent Projekte mit einer agrar-ökologischen Komponente". Hingegen gingen 51 Prozent der Mittel in Projekte, in denen Pestizide verwendet werden.

15.01.2010 |

Neue Klima-, Handels- und Agrarpolitik gefragt

Nach den enttäuschenden Gipfeltreffen der letzten Monate fordern Biolandwirte, Wissenschaftler und Umweltschützer eine globale Agrarwende und ehrgeizige Klimapolitik – die Widerstände sind groß. Eine Übersicht.

14.01.2010 |

Kleinbäuerliche Landwirtschaft weltweit stärken

Bild: Milchpackung - die faire Milch
Die faire Milch mit Ohne-Gentechnik-Logo und im Preis kostendeckend für den Landwirt. Quelle: MVS

Am Beispiel der Milchwirtschaft bekräftigten gestern Bauervertreter und Vertreterinnen aus Afrika, Asien, den USA und der EU in einer öffentlichen Tagung in Berlin ihren Ruf nach einem Wandel der bisherigen Agrarpolitik. Kurz vor dem heute beginnenden „Global Forum for Food and Agriculture“ forderten insbesondere die Redner aus den Entwicklungsländern eine gerechtere Agrarpolitik die sich nicht ausschließlich den Interessen der Agrarindustrie unterordnet. „Wir fordern die EU auf, die Milchexporte in unsere Länder einzudämmen, damit wir eine eigene Milchwirtschaft aufbauen können“, macht Dr. Henry Njakoi deutlich, Milchbauernvertreter in Kamerun. Die Überschwemmung des Milchmarktes in Europa und anderen Teilen der Welt führt dazu, dass Überschüsse auch mit Hilfe von Exportsubventionen auf den Märkten von Entwicklungsländern landen und dort die heimischen Milchbauern vom Markt verdrängen. Wie Wirtschaft auch funktionieren kann verdeutlichte Yudhvir Singh aus Indien, Vertreter der BKU Dairy Convenor: „Die Milchwirtschaft in Indien ist ein Beispiel für die Armutsbekämpfung und Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Proteinen. Dazu hat eine gezielte staatliche Unterstützung der kleinbäuerlichen Erzeuger und der genossenschaftlichen Vermarktung beigetragen, ebenso wie ein notwendiger Außenschutz vor Dumpingimporten.“

12.01.2010 |

Pro-Gentechnik-Kurs der Bundesregierung: Blauer Brief für Ilse Aigner

Aigner nah
Die AbL beschuldigt Aigner, die Ökologisierung der Landwirtschaft zu blockieren (Foto: Volker Gehrmann)

Beim beschlossenen Anbau-Verbot des MON 810 im letzten Jahr stellte sich CSU-Landwirtschaftsministerin Aigner noch gegen den Willen ihrer CDU-Ministerkollegen. Seitdem wächst in Deutschland keine kommerziell angebaute Gentech-Pflanze mehr – ein schwerer Schlag für die Gentechniklobby. Doch laut Koalitionsvertrag setzt die neue Regierung wieder auf einen Pro-Gentechnik-Kurs. Und Ilse Aigner folgt den Vorgaben: Ende vergangenen Jahres stimmte sie im EU-Agrarrat dem Import einer weiteren Gen-Maissorte als Futtermittel zu. Schon bald stehen in Brüssel Entscheidungen an, ob Gen-Mais wieder kommerziell angebaut werden darf. Und Aigner muss entscheiden, ob die EU-Richtlinie zur Nulltoleranz verwässert wird – so wie es CDU und FDP im Koalitionsvertrag vereinbart haben. Lebensmittel dürften dann ganz legal Spuren von nicht zugelassenen Gentech-Pflanzen enthalten. Anfang Februar ist Aigner 100 Tage Landwirtschaftsministerin der schwarz-gelben Koalition. Das Aktions-Netzwerk Campact startet deshalb heute einen Appell an die Landwirtschaftsministerin. Mit einem Blauen Brief soll sie daran erinnert werden, dass Verbraucherinnen und Verbraucher keine Gentechnik auf den Tellern und Feldern wollen. Bei dem nächsten Auftritt Aigners in ihrem Wahlkreis sollen die Briefe übergeben werden. Auch Sie können sich beteiligen!

11.01.2010 |

Discounter bietet Milch ohne Gentechnik an

Neues Ohne-Gentechnik-Siegel
Immer mehr Hersteller nutzen das Ohne-Gentechnik-Logo. Verbraucher können dadurch erkennen, dass im Tierfutter keine Gentechnik steckt.

Lidl, eine der größten deutschen Supermarkt-Ketten, verkauft ab heute in seinen bayrischen Filialen Milchprodukte ohne Gentechnik. Milch, Joghurt und Butter werden mit dem Label "Ein gutes Stück Heimat" angeboten und stammen nicht nur garantiert aus der Region sondern werden auch gentechnikfreie Futtermittel hergestellt. Wie Spiegel Online gestern berichtet, geht dies aus einem internen Schreiben hervor. Für Lidl produzierende Milchbauern müssen demnach Erklärungen unterschreiben, in der sie die gentechnikfreie Fütterung garantieren. Verbraucher erfahren leider nichts von der Regelung - die Produkte tragen kein Ohne-Gentechnik-Label. Vermutlich will die Handelskette ihre Kunden nicht verunsichern, denn vergleichbare Produkte ohne Kennzeichnung könnten als "Gen-Food" auffliegen. Da die Mehrheit der Verbraucher Gentechnik ablehnt, würden nicht gekennzeichnete Produkte dann womöglich im Regal stehen bleiben. Greenpeace freut sich auch ohne Kennzeichnung über die Milch ohne Gentechnik. Schließlich beweist damit eine Riesen-Handelskette, dass die Fütterung ohne Gentechnik möglich ist. Oft wird von der Lebensmittel-Branche behauptet, es gäbe nicht genug gentechnikfreie Futtermittel. "Ausgerechnet der Discounter Lidl, der als 'Schmuddelkind' der Branche gilt, setzt mit der Gentechnikfreiheit neue Maßstäbe. Damit setzt sich in der Branche ein Trend fort, den einige Hersteller mit der Umstellung ihrer Molkereiprodukte begonnen haben. Nun müssen auch Aldi, Edeka und Rewe ihre Zurückhaltung aufgeben und bei ihren Eigenmarken ebenfalls auf eine gentechnikfreie Tierfütterung setzen", so Alexander Hissting von Greenpeace.

23.12.2009 |

Afrikanische Staaten kritisieren Klimagipfel

Bauer Afrika
©Fotografenname: F.H.M., www.pixelio.de

Die Verhandlungspartner der afrikanischen Staaten zeigten sich am Dienstag in einer ersten Stellungnahme entäuscht über den Ausgang des Klimagipfels in Kopenhagen. Das Gipfeltreffen der insgesamt 130 Staaten hatte mit nicht mehr als einer unverbindlichen Absichtserklärung geendet und die Hoffnungen vieler Teilnehmer und Beobachter auf einen wirklichen Fortschritt in Sachen Klimapolitik zunichte gemacht. Einmal mehr endete damit ein Gipfeltreffen, dass mit großen Zielen, im Einsatz für ein wegweisendes Klimaschutzabkommen begonnen hatte, kläglich. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls scheint entschlossenens Handel jedoch notwendiger als je zuvor. Denn für viele Menschen in den Entwicklungsländern geht es angesichts des Kilmawandels bereits jetzt ums nackte Überleben.

18.12.2009 |

Klimaverhandlungen am Scheideweg

Weltkugel Metal
©Fotografenname: Dieter Schütz, www.pixelio.de

Heute geht der Klimagipfel in Kopenhagen in die letzte Rund. Nachdem aber auch die gestrigen Verhandlungen keine Einigung erbringen konnten, rechnet kaum noch jemand mit einem allgemeinverträglichen Textentwurf für ein weltweites Klima-Abkommen. Insbesondere die vom Kilmawandel am stärksten betroffenen Entwicklungländer gerieten bei den Verhandlungen zunehmend ins Hintertreffen. "Diejenigen Menschen, die am stärksten unter dem Klimawandel leiden, haben keine Stimme hier in Kopenhagen", erklärte Andreas Zahner, Klimaexperte von CARE. "Ihre Bedürfnisse werden beim Klimaabkommen ignoriert. Die relevanten Stellen sind im Verhandlungstext einfach gestrichen worden." Beobachter zeigen sich entäuscht. " Derzeit sehe alles nach einer windelweichen politischen Absichtserklärung aus. "Aber die hatten wir schon im Juli nach dem G-8-Treffen. Und daraus gefolgt ist rein gar nichts." kritisierte Martin Kaiser von Greenpeace. MISEREOR warnte vor der Gefahr, dass sich die Staaten Schlupflöcher vorbehalten könnten, um ambitionierte Ziele zu verwässern.

16.12.2009 |

Inselstaaten von Klimawandel bedroht

Insel
Photo: Astrid Haindl/pixelio.de

Am Dienstag hatte Bundeskanzlerin Merkel die Regierungschefs der pazifischen Inselstaaten Kiribati, Mikronesien, Palau, Marshall Inseln, Samoa, Tuvalu, Vanuatu und Tonga in Berlin empfangen. Alle Inseln sind stark von Klimawandel bedroht und würden, Experten zufolge, bei einer globalen Erwärmung von mehr als 1,5 Grad infolge des ansteigenden Meeresspiegels überflutet. Die Kanzlerin sagte ebenso wie Außenminister Guido Westerwelle und Entwicklungsminister Dirk Niebel Deutschlands Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels zu, war aber nicht bereit von dem ursprünglichen zwei-Grad-Ziel als Maßstab für die Verhandlungen abzuweichen. Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch äusserte sich kritisch zu Merkels Vorstoß. "Wir können nicht erwarten, dass die kleinen Inselstaaten beim Klimagipfel ein Abkommen über ihren Untergang unterzeichnen". Erst kürzlich hatte eine Studie von Oxfam gezeigt, dass bei der derzeitigen Entwicklung bis 2050 voraussichtlich 200 Millionen Menschen vor Hunger, Umweltkathastrophen und Landverlust auf der Flucht sein werden. Ricken Patel, Direktor der weltweiten Kampagnenorganisation Avaaz appelierte an die Kanzlerin. "Nur mit Merkels Führung kann ein Klimavertrag erreicht werden, der gerecht und ehrgeizig genug ist, die pazifischen Inseln vor dem Untergang zu bewahren. Die Kanzlerin muss wissen: Das Recht auf Überleben ist nicht verhandelbar."

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