Wasser
Mit Abstand am meisten des auf der Erde verfügbaren Süßwassers verbraucht die Landwirtschaft. Bewässerung ist dabei der wesentliche Faktor. Schon heute konkurriert die Landwirtschaft, gerade in Gegenden, in denen Bewässerung notwendig ist, mit den Bedürfnissen der restlichen Umwelt.
In einigen Regionen der Erde herrscht bereits heute akuter Wassermangel. Die Situation wird sich in den kommenden Jahren erheblich verschärfen, wenn die lokal und regional verfügbaren Ressourcen weiter übernutzt, verschwendet und vergiftet werden.
Der Weltagrarbericht zeigt: Weltweit ist genügend Wasser vorhanden, um Lebensmittel für eine wachsende und anspruchsvollere Weltbevölkerung zu produzieren. Werden aber die heutigen Formen der Wasserbewirtschaftung fortgesetzt, wird es in vielen Regionen der Erde zu akuten Wasserkrisen kommen. Notwendig ist es, die Nutzung von Wasser in den natürlichen Wasserkreislauf zu integrieren. Und erforderlich ist ein Wassermanagement, das alle Nutzer eines Wassereinzugs-gebietes berücksichtigt. >>mehr
Grünes und blaues Wasser
Das Wasser in Flüssen und Seen, das Grundwasser und das in den Gletschern gespeicherte Wasser, wird als "blaues Wasser" bezeichnet. Das "blaue Wasser" macht nur einen Teil des Süßwasser-Vorkommens der Erde aus.
Der größte Teil des Regens, der über der Landoberfläche der Erde niedergeht, verdunstet. Er verdunstet entweder direkt: als "unproduktive Evaporation", oder nach seiner Nutzung durch Pflanzen: als "produktive Transpiration". Dieses Regenwasser wird als "grünes Wasser" bezeichnet.
Etwa 1.800 Kubikkilometer des weltweit landwirtschaftlich genutzten Wassers stammt aus "blauen" Quellen. 5.000 Kubikkilometer bestehen aus "grünem Wasser". Der Anteil des "grünen Wassers" liegt, je nach Weltregion und der dortigen Walddichte, zwischen 55 % und 80 %.
Die größte Chance und Herausforderung künftiger Wasserbewirtschaftung ist, das riesige Potential des "grünen Wassers" besser verfügbar zu machen. Die Möglichkeiten "grünes Wasser" im Boden und in den Pflanzen, und auch als "blaues Wasser", zu speichern, müssen ausgebaut werden. Dafür gibt es viele Methoden der "Wasserernte": Ein Ansatz ist, die direkte Verdunstung aus dem Boden zu verhindern und die Speicherfähigkeit von Boden und Vegetation zu erhöhen. (Global, S.39)
Fakten & Zahlen
70 % des verfügbaren Frischwassers werden heute in der Landwirtschaft verbraucht.
37 % der Pestizide, 50 % der Antibiotika-Rückstände und ein Drittel der Stickstoff- und Phosphorreste im Frischwasser stammen aus Vieh- und industrieller Landwirtschaft.
125 Millionen Kinder unter 5 Jahren leben in Haushalten ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Für die Ernährung eines Bürgers der USA werden täglich rund 5.000 Liter Wasser aufgewandt. Für die Ernährung eines Menschen in Afrika stehen täglich weniger als 200 Liter zur Verfügung.
















