Wie die Welt gemeinsam nachdenkt

Jahrzehntelang hatte die Weltbank Investitionen in die landwirtschaftliche Entwicklung vernachlässigt.
Der Weltagrarbericht sollte Aufschluss darüber geben, welche Investitionen in die Landwirtschaft sinnvoll sind, und welche Ansätze die 15 von der Weltbank verwalteten Agrarforschungszentren zukünftig verfolgen sollten.
Generalsekretär und treibende Kraft des Weltagrarberichts war Robert T. Watson, damaliger Chef-Wissenschaftler der Weltbank.
Arbeitsweise des IAASTD
Die am Weltagrarbericht beteiligten Staaten und UN-Einrichtungen setzten für das IAASTD einen Aufsichtsrat ein.
Er bestand aus je 30 Regierungsvertretern und Repräsentanten der Zivilgesellschaft. Unternehmen wie Syngenta und Unilever waren ebenso beteiligt wie wissenschaft- liche Einrichtungen, Bauern- und Verbraucherschutz-Verbände sowie Greenpeace und das Pestizid-Aktions- netzwerk.Das IAASTD-Büro war sich darin einig, über die engen Grenzen von Wissenschaft und Technologie hinauszugehen und andere Formen von relevantem Wissen (z.B. von landwirtschaftlichen Erzeugern, Verbrauchern und Endnutzern) ebenso wie die Rolle von Institutionen, Organisationen, Verwaltung, Markt und Handel einzubeziehen. Der multidisziplinäre, alle Betroffenen einbeziehende Charakter des Weltagrarberichts verlangte es, Informationen, Instrumente und Modelle unterschiedlicher Wissen-Paradigmen, einschließlich lokalen und traditionellen Wissens zu nutzen und zu integrieren. (Global, S. IX-X)
Der Aufsichtsrat stellte die Fragen und wählte die Autorinnen und Autoren des Berichts aus.
In elf öffentlichen Anhörungen auf allen Kontinenten identifizierte die Vorbereitungsgruppe des Weltagrarberichtes besonders wichtige Probleme: Was sind die zentralen Probleme, welche Lösungsansätze gibt es dafür? Sie waren Ausgangspunkt der Analysen und für das Ausarbeiten der Lösungsansätze des Weltagrarberichtes.
Rückzug der Gentechnik-Konzerne
Mit Vorliegen der Endfassung des Weltagrarberichtes Anfang 2008, stiegen die Firma Syngenta und die internationale Agrar- industrievereinigung CropLife aus dem Prozess in letzter Minute aus.
Die Regierungen der USA, Kanadas und Australiens unterzeichneten den Bericht auf dem Abschluss-Plenum im April 2008 nicht. Sie würdigten ihn jedoch als “wertvollen und wichtigen Beitrag”. Wesentliches Motiv war in beiden Fällen die kritische Bewertung der Gentechnik, der industriellen Landwirtschaft und des Weltagrarhandels.
Weiter wie bisher ist keine Option
Der Weltagrarbericht ist ein hoffnungsvoller Anfang und bietet die Chance für eine rationale und ganzheitliche Diskussion und Kooperation unter allen Beteiligten.
Seine Botschaft ist klar:
Weiter wie bisher ist keine Option.
Radikales Umdenken und Umsteuern tut Not, um den Herausforderungen zu begegnen. Der Weltagrarbericht liefert keine Patentrezepte und warnt davor, an solche zu glauben. Stattdessen bietet er eine umfassende Analyse und eine Fülle vielversprechender Lösungsansätze.
















