Anpassung an den Klimawandel

Die Landwirtschaft ist einer der wesentlichen Verursacher des Klimawandels, und sie ist dessen bedeutendstes Opfer.
Die erwarteten Folgen des Klimawandels in weiten Teilen der Erde sind: Dürre und Überschwemmungen, Stürme und Tornados, der Anstieg des Meeresspiegels, die Versalzung des Grundwassers, häufigere und schwerere Unwetter, verstärktes Artensterben und die Ausbreitung alter und neuer Krankheitserreger.
Manche Küstenregionen und Trockengebiete werden für den Anbau vollständig verloren gehen. Das alles stellt die Landwirtschaft in den kommenden Jahrzehnten vor die wohl größten Herausforderungen ihrer zehntausendjährigen Geschichte.
Nach allem, was wir bisher wissen, werden Afrika, Lateinamerika und der Süden Asiens besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden. Regionen also, die bereits heute am härtesten von Hunger und Armut betroffen sind. Damit sich ländliche Gemeinden den Herausforderungen des Klimawandels stellen können, sind enorme Investitionen erforderlich. Um den riesigen Bedarf nach allgemeiner Aufklärung zu den Folgen des Klimawandels und nach Informationen über Anpassungs- möglichkeiten zu erfüllen. >>mehr

Veränderung der landwirtschaftlichen Produktivität

Die Landwirtschaft der Industrieländer, überwiegend in nördlicheren Breitengraden gelegen, verfügt über Betriebsgrößenvorteile, leichten Zugang zu Informationen und Technologie, sowie eine günstige Position im globalen Handel. Sie ist für eine Anpassung an den Klimawandel relativ gut gewappnet.
Anders sieht die Situation für kleinbetrieb- liche, nicht bewässerte Produktionssysteme in trockenen oder besonders feuchten Gebieten aus - speziell in den Ländern Afrikas, Zentral- und Westasiens. Sie sind erheblichen Klimaschwankungen sowohl zwischen den Jahreszeiten als auch von Jahr zu Jahr ausgesetzt. Extrem schwierige Produktionsbedingungen, armutsbedingte Beschränkungen und eine fortschreitende Bodenerosion, lassen sie nur über eine geringe Anpassungskapazität gegenüber dem Klimawandel verfügen.
In einigen nördlichen Regionen Europas, Asiens und Amerikas könnte, zumindest kurzfristig, die Produktivität der Landwirtschaft aufgrund des Klimawandels sogar steigen. Wichtige Kornkammern der Welt jedoch, wie der Mittlere Westen der USA, Teile Indiens und Chinas sowie Brasilien, müssen mittelfristig mit drastischen Ernteverlusten rechnen. Die von den Gletschern der Anden und des Himalaya bewässerten Gebiete sind besonders hart getroffen: Während die Gletscher schmelzen, drohen Überflutungen, sind sie abgeschmolzen, droht empfindlicher Wassermangel. (Syntheses, S. 51)

Fakten & Zahlen

Zwei Drittel Afrikas sind bereits von Trockenheit und Dürren betroffen. Der Klimawandel verstärkt diesen Prozess der Desertifikation. Auf Teilen des indischen Subkontinents hingegen werden die Niederschläge immer stärker.

In der Landwirtschaft werden sich die erwarteten Klimaänderungen auf Ackererträge, Herdenführung und Produktionsstandorte auswirken.

Jährlich werden weltweit 13 Millionen Hektar Wald gerodet und zu Ackerland gemacht. Das ist ein riesiger Verlust an Tier- und Pflanzenarten. Zudem heizt die Rodung den Klimawandel an: Die ehemaligen Urwaldböden setzen viel Kohlenstoff frei und gehen als Wasserspeicher verloren.

Die niedrige Kohlenstoffkonzentration auf intensiv genutzten Anbauflächen lässt viel Spielraum, den Humus- und damit Kohlenstoffgehalt durch eine optimierte Landbewirtschaftung zu erhöhen.

2,6 Milliarden Menschen, die mit weniger als zwei US-Dollar pro Tag überleben, werden zuerst und am stärksten unter den Folgen des Klimawandels leiden.

Videos: Anpassung an den Klimawandel

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