Gentechnik und Biotechnologie
Ein Ziel, das die Weltbank erreichen wollte, als sie den Weltagrarbericht initiierte, war: Den Streit um den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in der Landwirtschaft beilegen, oder zumindest einen breiten wissenschaftlichen Konsens zu diesem Thema erreichen.
Diese Hoffnung erfüllte sich nicht.
Der Anbau von gentechnisch veränderten Organismen macht einen geringen Teil der modernen Biotechnologien in der Land- und Lebensmittelwirtschaft aus. Die Erfolge der wenigen kommerziell eingesetzten GVO sind nach wie vor umstritten. Umwelt- und Gesundheitsrisiken können weiterhin nicht seriös bewertet werden. Es fehlen bisher Ergebnisse und Konzepte einer langfristigen Sicherheitsforschung. Probleme, die sich aus der Privatisierung und Patentierung von Wissen und Saatgut ergeben, sind in der Gentechnik besonders gravierend. Der Grad ihrer Monopolisierung in den Händen weniger multinationaler Unternehmen ist beispiellos. Weil GVO besonders kapital- und forschungsintensiv sind, werden sie nach Einschätzung des Weltagrarberichtes in absehbarer Zeit für Kleinbauern in Entwicklungsländern und bei der Bekämpfung des Hungers keine besondere Rolle spielen. Aufwändige Sicherheits- und Kontrollbestimmungen, offene Fragen der Auskreuzung gentechnischer Eigenschaften sowie der Koexistenz mit gentechnikfreien Anbaumethoden, stellen gerade ärmere Staaten vor besondere Probleme. >>mehr
Biotechnologie und privatwirtschaftliche Kontrolle
Innerhalb des Weltagrarberichts stehen sich zwei Sichtweisen zur bestmöglichen Nutzung moderner Biotechnologie für Entwicklung und Nachhaltigkeit gegenüber.
Die eine argumentiert, eine Überregulierung der modernen Biotechnologie behindere das Tempo und die volle Entfaltung ihrer Vorteile, die den Armen zugute kommen könnte.
Die andere Seite argumentiert, dass die weitgehend privatwirtschaftliche Kontrolle moderner Biotechnologie die Fähigkeit der öffentlichen Hand schwäche, Wissen, Forschung und Technologien zu schaffen und zu verbreiten, die dem Gemeinwohl dienen.













