Fleisch

Wo Tiere Gras und andere Pflanzen fressen, die zur direkten menschlichen Ernährung nicht geeignet sind, erhöhen sie das Lebensmittelangebot und leisten einen wichtigen Beitrag zur landwirtschaftlichen Produktion: Sie liefern Dünger, tragen zur Bodenbearbeitung bei, arbeiten als Zug- und Transporttiere, verwerten Abfälle und stabilisieren als Rücklage die Ernährungs- sicherheit ihrer Besitzer.
Ein Großteil des heute genutzten Weide- landes, besonders in Trockengebieten, eignet sich zu keiner anderen landwirt- schaftlichen Nutzung als extensiver Weidehaltung. Seine Produktionskapazität lässt sich allerdings nicht mehr wesentlich steigern. In einigen Gegenden der Welt ist die Übernutzung der Weideflächen auch durch traditionelle Tierhaltung ein ernstes Problem.
Die Umwandlungsrate von pflanzlichen in tierische Kalorien pro Kilogramm schwankt zwischen 2:1 bei Geflügel, 3:1 bei Schweinen, Zuchtfischen, Milch und Eiern und 7:1 bei Rindern. Nach einer Berechnung der Umweltorganisation der Vereinten Nationen könnten die Kalorien, die bei der Umwandlung von pflanzlichen in tierische Lebensmittel verloren gehen, theoretisch 3,5 Milliarden Menschen ernähren.

Fleisch- und Milchverbrauch in den Industriestaaten reduzieren

Auch wenn der Weltagrarbericht selbst zum Konsumverhalten keine Empfehlung gibt, erlauben seine Ergebnisse nur einen Schluss: Der Fleisch- und Milchverbrauch in den Industriestaaten muss reduziert, und der Verbrauch in den Schwellenländern muss begrenzt werden. Das sind die dringendsten und effektivsten Schritte zur Sicherung der Ernährung und der natürlichen Ressourcen sowie zum Klimaschutz.
Eine andere Futter-Zusammensetzung in der Milch- und Fleischproduktion kann deren extreme Klimaauswirkungen lindern. Zusätzliche Futter- quellen, etwa Abfälle und ungenutzter Beifang in der Fischerei, könnten die Effizienz an dieser Stelle steigern. Ebenso notwendig: Eine Verteilung der Produktionsstätten, die Transportwege reduziert, und von den Tieren ausgeschiedenen Dünger dort wieder einsetzbar macht, wo die Nährstoffe dem Boden entzogen wurden.

Unsere Konsumgewohneiten verändern

An veränderten Konsumgewohnheiten führt kein Weg vorbei. Wie radikal wäre eigentlich angesichts der fatalen Folgen für Klima, Umwelt, Gerechtigkeit und die eigene Gesundheit, eine Rückkehr zum SONNTAGSbraten? Sie täte nicht nur der Gesundheit, der Lebensmittelsicherheit und der Umwelt gut. Der respektvollere Umgang mit Nutztieren, wäre auch dem Wohlergehen der Tiere zuträglich - und damit auch unserer Selbstachtung. Denn man müsste beim Griff ins Kühlregal weder die unerträglichen Zustände in modernen Fleischfabriken verdrängen, noch die zu ihrer Aufrechterhaltung nötige Vernichtung von Wäldern und die Aufheizung des Klimas.

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