Fleisch
In den vergangenen 50 Jahren hat sich der weltweite Fleischverbrauch vervierfacht von 70 Millionen Tonnen im Jahr 1961 auf mittlerweile 283 Millionen Tonnen pro Jahr.
Der Weltagrarbericht geht davon aus, dass dieser Trend anhält, wenn der hohe Fleischkonsum der Industrieländer gleich bleibt und städtische Mittelschichten in China und anderen Schwellenländern sich diesem Niveau weiter annähern.
Wo Tiere Gras und andere Pflanzen fressen, die zur direkten menschlichen Ernährung nicht geeignet sind, erhöhen sie das Lebensmittelangebot und leisten einen wichtigen Beitrag zur landwirtschaftlichen Produktion. Sie liefern Dünger, tragen zur Bodenbearbeitung bei, arbeiten als Zug- und Transporttiere, verwerten Abfälle und stabilisieren als Rücklage die Ernährungssicherheit ihrer Besitzer. Die meisten Masttiere aber fressen heute nicht mehr Gras, sondern Mais, Soja, Weizen und anderes Getreide, das auf Ackerflächen wächst, die der direkten Lebensmittelproduktion verloren gehen. >>mehr
Fleischproduktion weltweit
Die Viehhaltung hat enorme Auswirkungen auf die Umwelt. Auf ihr Konto gehen 18% der gesamten Treibhausgas-Emissionen und 9% aller von Menschen verursachten CO2-Emissionen.
Weltweit verursacht sie etwa 8% des menschlichen Wasserverbrauchs, vor allem für die Bewässerung beim Anbau von Futtermitteln.
26% der globalen Landfläche sind Weide- land, 33% des Ackerlandes dient der Futter-Produktion. 70% der landwirtschaftlichen Nutzfläche und 30% der globalen Landfläche werden so von der Tierhaltung beansprucht.
In den USA verursacht die Tierhaltung 55% der Bodenerosion und Sedimentation, 37% des Pestizid-Einsatzes, 50% des Antibiotika-Verbrauchs und ein Drittel der Süßwasser-Belastung mit Stickstoff und Phosphat. (Global, S. 518)
Zahlen & Fakten
2010 wurden weltweit etwa 294 Millionen Tonnen Fleisch produziert. Für 2012 prognostiziert die FAO einen Anstieg der Fleischproduktion auf 297,1 Millionen Tonnen. Im globalen Schnitt standen 2010 pro Person 42,5 Kilogramm Fleisch im Jahr zur Verfügung. In den Entwicklungsländern lag der durchschnittliche Fleischverbrauch bei 32,4 kg pro Person, in den Industriestaaten bei 79,2 kg Fleisch.
2012 war die Fleischproduktion in Deutschland erstmals seit 1997 wieder rückläufig. Mit 8 Millionen Tonnen erzeugtem Fleisch lag die Menge 1,9% unter dem Vorjahreshöchststand von 8,2 Millionen Tonnen. 2012 wurden in Deutschland 58,2 Millionen Schweine und 3,6 Millionen Rinder geschlachtet.
Der Fleischverbrauch betrug in Deutschland 2011 statistisch 89,2 Kilogramm pro Kopf. Die tatsächlich konsumierte Fleischmenge (nach Abzug von Knochen, Fetten u.ä.) lag bei 61 Kilogramm Fleisch pro Kopf. 4,5 Millionen Tonnen Fleisch wurden exportiert und 3,3 Millionen Tonnen importiert. Es wurden 17 Prozent mehr Fleisch produziert als verbraucht.
Würden Männer in Deutschland ihre Essgewohnheiten an die der Frauen anpassen (weniger Fleisch, dafür mehr Obst und Gemüse), könnte eine Fläche von ca. 15.000 km² im In- und Ausland freiwerden und ca. 15 Millionen Tonnen Treibhausgase und 60.000 Tonnen Ammoniak weniger emittiert werden.
Die Viehwirtschaft trägt weniger als 1,5% zur globalen Wirtschaftsleistung bei. Aber sie verursacht 18% Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen und steht damit sogar noch vor dem Transportsektor. Sie ist verantwortlich für 9% aller anthropogenen CO2-Emissionen.
Weideland und für den Futtermittelanbau genutztes Ackerland machen fast 80% der landwirtschaft-lichen Nutzfläche aus. Rund 3,4 Milliarden Hektar Land sind Weideflächen und 0,5 Milliarden Hektar entfallen auf Futtermittel. Von der eisfreien Erdoberfläche werden 26% für die Viehwirtschaft genutzt.
Zur Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierart fünf bis dreißig pflanzliche Kalorien verfüttert. Für eine Kalorie aus Rindfleisch benötigt man 10 Kalorien aus Getreide - 90 Prozent der Nahrungsenergie bleiben also auf der Strecke.
Der Ausstoß von Methan und Lachgas nahm von 1990 bis 2005 um 17% zu. Das ist in erster Linie eine Folge des steigenden Fleischkonsums in vielen Teilen der Welt.



