Landwirtschaft am Scheideweg - Weiter wie bisher ist keine Option
Fast 900 Millionen Menschen hungern auf diesem Planeten, während 1,4 Milliarden an Übergewicht und krank machender Fettleibigkeit leiden. 2,3 Milliarden Tonnen Getreide wurden 2011 weltweit geerntet, mehr als je zuvor. Doch nur 46% dieser Ernte dienen als Lebensmittel. Der Rest wird zu Tierfutter, Sprit und Industrierohstoffen verarbeitet. Unser Ernährungs-System ist eine der wichtigsten Ursachen für den Klimawandel, das Artensterben, für Umweltvergiftung, Wasserknappheit, vermeidbare Krankheiten, Kinderarbeit, Armut und Ungerechtigkeit. Dieses System ist krank.
Über 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fassten 2008 im Auftrag der Vereinten Nationen und der Weltbank den Stand des Wissens über die globale Landwirtschaft, ihre Geschichte und Zukunft zusammen. Dieser Weltagrarbericht ist unbequem und alarmierend, warnt vor Irrwegen und zeigt Lösungen auf. Diese Seite fasst seine wichtigsten Ergebnisse zusammen, dokumentiert alle Original-Berichte, bietet Hintergründe und Detailinformationen. Sie will zum Nachdenken und zur Diskussion anregen, vor allem aber zum Handeln.
Neueste Nachrichten:
17.05.2013 +++ Landtransparenzinitiative der G8-Staaten erntet Kritik +++ NEU
14.05.2013 +++ Mit Heuschrecken und Honigameisen die Welternährung sichern? +++
10.05.2013 +++ Supermärkte wollen weiterhin gentechnikfreie Produkte im Regal +++
03.05.2013 +++ Umstrittenes Handelsabkommen EU-Kolumbien/Peru passiert Bundesrat +++
29.04.2013 +++ Besserer Bienenschutz: EU votiert für Pestizidverbot +++
25.04.2013 +++ De Schutter: EU-Biospritpolitik gefährdet das Recht auf Nahrung +++
22.04.2013 +++ Tag der Erde: Konsum- und Ernährungsgewohnheiten überdenken +++
17.04.2013 +++ Neue Studie: "Land Grabbing" auch in Europa auf dem Vormarsch +++
Petition: Lebensmittelproduktion weltweit ökologisch & fair!
„ZU VIEEL ISST ZU WNIG“ lautet die Botschaft einer Petition, mit der sich der Weltladen-Dachverband an die künftige Bundesregierung richten will, um diese aufzufordern, sich auf nationaler und internationaler Ebene für eine umweltverträgliche, klima- und standortangepasste kleinbäuerliche Landwirtschaft sowie für die weltweite Verbreitung der Prinzipien des Öko-Landbaus und des Fairen Handels einzusetzen. Die Petition fordert unter anderem mehr Investitionen in eine agrarökologisch ausgerichtete Beratung und in die Weiterbildung von Kleinbäuerinnen. Unterzeichnen Sie hier...
Afrikas Böden: Bedeutend und bedroht

Der erste Bodenatlas für Afrika betont die Bedeutung von Böden für die Nahrungs-, Futtermittel- und Brennholzversorgung und die Anpassung an den Klimawandel - sowie ihre Gefährdung:
• 500 Millionen Hektar der Landfläche sind von Degradation bedroht
• Afrikas Böden speichern 200 Gigatonnen organischen Kohlenstoff - 2,5 Mal so viel wie die Pflanzen Afrikas enthalten
• 98% des Kalorienverbrauchs in Afrika stammt von lokalen Böden
• organische Substanzen im Boden können 10 Mal ihr Gewicht an Wasser speichern und verringern so das Überschwemmungsrisiko
Fünf Fakten zum Weltwassertag

• 783 Millionen Menschen haben kein sauberes Trinkwasser
• 6 bis 8 Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen von verschmutztem Wasser
• Weltweit entfällt 70% der globalen Wasserentnahme auf die Landwirtschaft - bis 2050 wird ihr Verbrauch um 19% steigen
• Um ein Kilogramm Reis zu produzieren, werden 3.500 Liter Wasser benötigt – ein Kilo Rindfleisch verschlingt 15.000 Liter
• Jeder Europäer konsumiert täglich 3 Kubikmeter virtuelles Wasser durch den Import von Nahrungsmitteln
Gleichberechtigung als Schlüssel zur Hungerbekämpfung

Frauen stellen weltweit 30% der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte – der Zugang zu Land, Saatgut, Dünger, Krediten und Geräten bleibt ihnen jedoch häufig versperrt. In einem anlässlich des Weltfrauentags am 8. März veröffentlichten Bericht fordert der Sonderberichterstatter zum Recht auf Nahrung die Beseitigung diskriminierender Gesetze und Praktiken. In Ländern, in denen Frauen Landrechte und Kredite verwehrt werden, leben 60-85% mehr unterernährte Kinder. Bessere Bildung für Frauen in Ent- wicklungsländern ist der Schlüssel zur Hungerbekämpfung.
25.000 Menschen demonstrieren in Berlin für Reform der Agrarpolitik
In Berlin gingen am 19. Januar etwa 25.000 Menschen auf die Straße, um unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt! Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Jetzt!“ eine Kehrtwende in der Agrarpolitik einzufordern. 35 Trägerorganisationen hatten anlässlich der ‚Internationalen Grünen Woche’ zur dritten „Wir haben es satt“- Demo aufgerufen. Mit Plakaten und kreativen Verkleidungen forderten die Demonstranten eine Politik, die den Tier- und Umweltschutz ins Zentrum rückt und erteilten der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft, Tierfabriken sowie dem Einsatz von Pestiziden und Antibiotika eine klare Absage. Mehr Infos und Fotos hier

Weltagrarberichts-Broschüre
„Wege aus der Hungerkrise. Die Erkenntnisse des Weltagrarberichts und seine Vorschläge für eine Landwirtschaft von morgen" fasst die Ergebnisse des Weltagrarberichts auf 42 Seiten zusammen.
Download: Normal 2,4 MB 28 MB
Einzelbestellungen: AbL-Verlag
Großbestellungen: Zukunftsstiftung Landwirtschaft in Berlin Hier können Sie auch die offiziellen Fact Sheets und die Zusammenfassung auf Englisch bestellen.
Neue Berichte: Der Paradigmenwechsel hat begonnen

Die Resonanz vieler internationaler Institutionen und der wissenschaftlichen Gemeinde auf den Weltagrarbericht war anfangs verhalten bis ablehnend. Viele Regierungen und Unternehmen ignorierten seine Ergebnisse zunächst. Mittlerweile sind wesentliche Botschaften des Berichts auf dem Wege, zur „herrschenden Meinung" zu werden. Auch wenn die konkreten Lösungs- vorschläge noch immer weit auseinandergehen, ist ein Paradigmenwechsel in der Agrarpolitik und -wissenschaft kaum mehr aufzuhalten.
Lesen Sie dazu unseren Kommentar in Le Monde Diplomatique und unsere Sammlung wichtiger aktuellerer Berichte und Zusammenfassungen.
Internationale Fachtagung: Beyond the Crossroads
Im November 2011 fand in Berlin die internationale Fachtagung „Beyond the Crossroads – New Issues, Persistent Problems. Linking food security, sustainability science and sustainability politics“ statt. 200 Wissenschaftler und PraktikerInnen aus 17 Ländern debattierten über bisherige Erfolge, neue Erkenntnisse und zukünftige Schritte des Weltagrarberichts (IAASTD). Als mögliche Strategien zur Verbesserung der konkreten Umsetzung seiner Ergebnisse wurde zum einen diskutiert, das Thema Landwirtschaft stärker auf der Agenda von Rio+20 zu verankern und zum anderen eine international anerkannte Definition von nachhaltiger Landwirtschaft zu entwickeln. Man einigte sich darauf, eine erweiterte Version des Weltagrarberichts (IAASTD II) voranzubringen, die neue Entwicklungen wie Land Grabbing ebenso wie Fragen der politischen Umsetzbarkeit stärker in den Blick nehmen soll.
Hier finden Sie Hintergrundmaterialien zur Konferenz sowie die Präsentationen der ReferentInnen.
Zeichen der HoffnungProjekte, Organisationen, Initiativen mit einem Beitrag zu den Zielen: Ihre Zeichen der Hoffnung | ![]() |




