Glossar
- Wachstumsrate
Zeigt die Veränderung (Zunahme, Abnahme oder Gleichstand) eines Indikators im Zeitverlauf, ausgedrückt in einem Prozentsatz des Indikators zu Beginn der Zeitreihe. W.n enthalten diverse Informationen. Zunächst die, ob überhaupt eine Veränderung vorliegt; dann die Richtung der Veränderung (+ oder -); schließlich auch die Geschwindigkeit der Veränderung.
- Wanderfeldbau
Wird zumeist in den Tropen praktiziert, insbesondere in den feuchten und halbfeuchten Regionen. Verschiedene Methoden kommen vor. Z.B. gibt es in einigen Fällen ständig bewohnte Häuser und Dörfer, es werden aber bestimmte Felder so bearbeitet, dass sie in manchen Jahren brach liegen (Rotation). In anderen Fällen wird Land gerodet bzw. entwaldet, weil das bisherige unproduktiv geworden ist. Eine extreme Form ist die Brandrodung, bei der Wald in Brand gesteckt wird, um für die Bewirtschaftung neue Flächen und Nährstoffe zu erschließen.
- WARDA
- Africa Rice Center, Westafrikanische Vereinigung für Reisentwicklung.
- Wärme aus Biomasse
Erzeugt durch Verbrennung von Biomasse, meistens in Form von Prozesswärme in der Industrie oder zur Heizung von Gebäuden.
- Wasserproduktivität
Begriff für die Effizienz der Nutzung von Wasser, quantitativ ausgedrückt als Verhältnis von erzeugten Gütern und Dienstleistungen zur Menge eingesetzten Wassers.
Formen der W. Drei wichtige Formen der W. können festgestellt werden:
- Die Menge an gebundenem Kohlenstoff je Wassereinheit, die durch Blätter oder die Laubkrone des Waldes verdunstet wird (photosynthetische W.),
- die Menge an Wasser, die durch die Nutzpflanze verdunstet wird (Biomasse-W.) und
- der Ertrag der Wassereinheit, die durch die Nutzpflanze verdunstet wird (Ertrags-W.).
W. in der Landwirtschaft bezeichnet den Nettoertrag aus der Nutzung von Wasser in Pflanzenbau, Forstwirtschaft, Fischerei, Viehhaltung und gemischten Wirtschaften. Im weitesten Sinne ist damit das Ziel gemeint, mehr Lebensmittel, Einkommen, Lebensgestaltungsmöglichkeiten und ökologischen Nutzen zu erzeugen zu geringeren sozialen und ökologischen Kosten je verbrauchter Wassereinheit.
Physikalische W. setzt landwirtschaftliche Erzeugung in Beziehung zur Nutzung von Wasser – mehr Ertrag je Liter Wasser. Wassernutzung wird nach Nutzungsarten unterteilt entweder in Zurverfügungstellung, Erschöpfung durch Verdunstung, Verschmutzung oder Ableitung, sodass es nicht weiter gebraucht werden kann. Verbesserungen der P.W. sind wichtig zur Reduzierung des zukünftigen Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft.
Wirtschaftliche W. bezieht den wirtschaftlichen Wert landwirtschaftlicher Erzeugung auf den Gebrauch von Wasser. Eine umfassende Abschätzung und Bewertung sollte alle Vorteile und Kosten des Wassers einbeziehen, auch die weniger greifbaren Vorteile für die Lebensqualität. Dieses wird allerdings selten gemacht. Verbesserungen der W.W. sind wichtig für wirtschaftliches Wachstum und die Reduzierung von Armut und Mittellosigkeit.
- Wasserscheide/Wassereinzugsgebiet
Landfläche, die Regenwasser durch oberirdische und unterirdische Abflüsse zu einem bestimmten Punkt des Ablaufsystems (Fluss, See) hinführt.
- Wertschöpfungskette
Alle wirtschaftlich werterhöhenden Aktivitäten, die ein Erzeugnis von der ursprünglichen Herstellung oder vom ursprünglichen Entwurfsstadium bis zum Letztverbleib bei Konsumenten durchlaufen.
- WHI
- Global Hunger Index, Welthunger-Index
- WHO
- World Health Organization, Weltgesundheitsorganisation.
- WIPO
- World Intellectual Property Organization, Weltorganisation für geistiges Eigentum.
- Wirksamkeit von Treibhausgasen
Wird mittels eines Indexes erfasst, der sich ergibt aus der Dauer des Verbleibs der Gase (vor allem CO2, Stickoxyd, Lachgas und Methan) in der Atmosphäre und ihrer jeweiligen Fähigkeit, Wärmeabstrahlungen von der Erdoberfläche aufzuhalten. Der Index bezeichnet, auf eine Mengeneinheit bezogen, die Wirksamkeit des jeweiligen Gases im Verhältnis zu CO2.
- Wissen
Die Art und Weise, wie Menschen die Welt verstehen, ihre Erfahrungen interpretieren und ihnen eine Bedeutung zuordnen. Dabei handelt es sich nicht um die Entdeckung einer finalen und objektiven Wahrheit, sondern um die subjektive, kulturgeprägte Einsicht, die aus komplexen und kontinuierlichen Prozessen der Auswahl, Verwerfung, Schaffung, Entwicklung und Übertragung von Informationen entsteht. Diese Prozesse – und damit alles Wissen – sind untrennbar verbunden mit dem sozialen, natürlichen, gesellschaftlichen und institutionellen Kontext, in dem sie stattfinden.
Wissenschaftliches W. Begründet und bestätigt durch formalisierte Verfahren der Datensammlung, -analyse und -dokumentation.
Explizites W. Informationen zu Wissen, die ausgesprochen, förmlich beschlossen, aufbewahrt und ausgetauscht werden. Die gebräuchlichsten Formen E.W.s sind Handbücher, Dokumente, Verfahren, kulturelle Gestaltungen und Geschichten. Informationen über E.W. können auch audio-visuell übermittelt werden. Kunstwerke und künstlerisches Design können als weitere Formen E.W.s gesehen werden, bei denen menschliche Fertigkeiten, Motive und das Wissen externalisiert sind.
Empirisches W. Wird gewonnen aus der Lebensumwelt von Menschen und in Zusammenarbeit mit diesen. Heutige Informations- und Kommunikationstechnologien und wissenschaftliche Apparate können die ‚empirische Umgebung’ zur Erlangung E.W.s ausdehnen.
Lokales W. Entsteht in einer räumlich definierten Kultur und Gesellschaft.
Traditionelles (ökologisches) W. Der Schatz von Wissen, Praktiken und Überzeugungen, der entstanden ist aus Anpassungsprozessen an die und Anpassung der Umwelt, weitergegeben von Generation zu Generation. T.W. muß nicht von Einheimischen stammen oder -> lokales Wissen sein. Sein Kennzeichen ist die Art und Weise, wie es erworben und genutzt wird, nämlich durch gemeinschaftliches Lernen und das Teilen von W.
- Wissens-Management
Systematische Ordnung von Politiken, Verfahren und Aktivitäten zum Umgang mit allen Prozessen der Gewinnung, Bestätigung, Anwendung von und Weitergabe von Informationen über -> Wissen.
- Wissenschaft, Technologie & Innovation
Bezeichnet alle Formen nützlichen Wissens, bestätigt oder stillschweigend, das aus den unterschiedlichen Zweigen von Lernen und Praktiken – von wissenschaftlicher Forschung über technische Konstruktion bis zu -> lokalem Wissen – resultiert. Gemeint sind auch die Politiken zur Förderung wissenschaftlichen Fortschritts, technischer Entwicklungen, der Kommerzialisierung von Ergebnissen und Produkten und damit zusammenhängender institutioneller -> Innovationen. W. meint Grundlagen- wie angewandte Wissenschaften. T. bezeichnet die Anwendung von Natur- und technischen Wissenschaften wie auch Medizin. -> I. schließt alle -> Prozesse ein, auch geschäftliche, die eine Technik auf den Markt bringen.
- Wissensgesellschaft
Gesellschaft, in der die Erzeugung und Verbreitung von wissenschaftlicher Information und wissenschaftlichem -> Wissen gut entwickelt ist; in der zugleich die Weitergabe und Nutzung wertvollen Erfahrungswissens recht gut ausgebildet ist. Zur Vorbereitung von Entscheidungen werden die Kenntnisse derjenigen mit Erfahrungswissen gemeinsam mit denen von wissenschaftlichen oder technischen Experten einbezogen.
- WP
- water productivity, Wasser Produktivität.
- WRI
- World Resources Institute, Weltressourceninstitut. Umwelt-Denkfabrik mit Sitz in Washington.
- WSSD
- World Summit on Sustainable Development ,Welt-Gipfeltreffen für Nachhaltige Entwicklung.
- WUA
- Water User Association, Gemeinschaft der Wassernutzer.
- WUE
- water use efficiency, Wassernutzungsgrad.
