Weltmarkt und Handel
Die ärmsten Länder und die Armen auf dem Land gehören eindeutig zu den Verlierern des Welthandels und seiner weiteren Liberalisierung.
Kleinen, eher traditionell geprägten landwirtschaftlichen Existenzen, stehen große auf den Weltmarkt ausgerichtete Agrarunternehmen in einem ungleichen Konkurrenzkampf gegenüber.
Die Bedingungen des globalen Agrarhandels, unter denen sich diese Konkurrenz abspielt, entstanden in der Kolonialzeit des 19. Jahrhunderts. Sie werden heute durch die Welthandelsorganisation WTO und eine Vielzahl bilateraler und multilateraler Handelsabkommen geregelt. Ihr erklärtes Ziel sind die Steigerung und Liberalisierung des internationalen Handels durch die Abschaffung von Zöllen und Handelsbeschränkungen.
Um der Grundversorgung mit Lebensmitteln und ihrer nachhaltigen Produktion zu dienen, müssten die Bedingungen des globalen Agrarhandels radikal verändert werden. >>mehr
Entwicklung von Erzeuger- und Endverkaufspreisen
Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Rohstoffe sind in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gefallen. Mit den fallenden Preisen verringerte sich auch das Einkommen der Mehrzahl der Landwirte. Dem gegenüber sank, wenn auch weltweit sehr unterschiedlich verteilt, der Anteil des verfügbaren Einkommens, den die städtische Bevölkerung für Lebensmittel ausgibt.
Vorhergesagt ist ein Anstieg der Agrar- und Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt. Das verbessert jedoch nicht automatisch die Lage der Erzeuger. Denn ihr Anteil am Endverbrauchspreis sinkt zugunsten des Handels und der Verarbeiter sowie der Hersteller von Saatgut, Dünger, Pestiziden und Maschinen.
Lesenswert: The great hunger lottery

Agrarrohstoffe sind in den vergangenen Monaten rasant teurer geworden. Der Weizenpreis ist in wenigen Wochen um 50% gestiegen, nachdem Nachrichten über langanhaltende Hitze auf der Nordhalbkugel bekannt wurden. Der Un-Index für globale Nahrungsmittelpreise liegt nur knapp unter dem Rekordwert von 2008, als für unzählige Hungernde rund um den Globus Grundnahrungsmittel zum Luxus geworden sind. Wie damals drehen auch heute Goldman Sachs wie auch die Deutsche Bank an den Schrauben der Finanzmärkte und spekulieren mit dem Getreide von Morgen und sähen damit Hunger auf Erden.
Wie die Spekulationen der Banken Hunger verursachen ist im aktuellen Bericht des World Development Movements zu erfahren.
The great hunger lottery, July 2010, 36 Seiten in Englisch
Weizen an der Wallstreet
Frederick Kaufman berichtet über Hedgefond, Futures, 318 Milliarden Dollar und wie Goldman Sachs & Co. Nahrungsmittelpreise bestimmen (Original Artikle: Harper´s, July 2010: The food bubble: How Wall Street starved millions and got away with it, kostenpflichtig!)
Mehr dazu im Interview der Süddeutschen (05.08.2010)
Mehr von Frederick Kaufman, Harper´s, June 2010: LET THEM EAT CASH
Can Bill Gates Turn Hunger into Profit?
Machtstrukturen der Supermarktketten

Eine immer kleiner werdende Anzahl von Supermarktketten steht gegenüber ihren Lieferanten in einer immer mächtiger werdenden Verhandlungsposition. Von dieser nachfrageseitigen Marktmacht profitieren jedoch nicht die Verbraucher, da sich niedrigere Einkaufspreise keineswegs in niedrigeren Verbraucherpreisen niederschlagen, sonder nur in den Profiten der Supermarktketten! Der Missbrauch der Nachfragemacht habt eine Dimension erreicht, die gesetzlichen Handlungsbedarf aufzeigt.
Mehr dazu von von der Supermarktinitiative…
















