Anpassung an den Klimawandel

Viele lokale Auswirkungen des Klima- wandels sind ungewiss. Was sich hinter globalen Durchschnittswerten von 2 bis 4 Grad Erwärmung verbirgt, kann ganze Regionen der Erde unbewohnbar machen, und auch in scheinbar weniger betroffenen Regionen zu Wetterextremen führen.
Ein einziger Frost, Hagel, Starkregen, Hurrikan, Hitzeeinbruch oder heftiger Schäd- lingsbefall, kann über Nacht die Ernte eines ganzen Jahres zerstören. Eine nicht bere- chenbare Verschiebung der Regenzeit macht den Zeitpunkt der Aussaat zum Lotteriespiel.

 

Lokale Vielfalt ist die beste Klima-Versicherung

So unterschiedlich die Anpassungs- strategien in den verschiedenen Welt- regionen sein müssen, lassen sich doch einige Grundsätze benennen:
Eine erhöhte Diversifizierung reduziert die Anfälligkeit der jeweiligen Agrarsysteme für extreme Bedingungen. Anbausysteme, die auch dann noch auskömmliche Erträge liefern, wenn einzelne Pflanzen in einer Saison versagen, sind Monokulturen überlegen. Eine größere Sortenvielfalt, etwa mit unterschiedlicher Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit und Nässe, und die Vielfalt der angebauten Pflanzenarten sind entscheidend. Anpassung hat ihren Preis und erfordert Investitionen in die Infrastruktur. Wo die dafür verfügbaren Mittel gering sind, können nachteilige Auswirkungen sich mit dem Mangel an Reaktionsmöglichkeiten multiplizieren. Landwirte sind Meister der Anpassung an sich verändernde Umweltbedingungen. Das ist Teil ihres Berufes seit Tausenden von Jahren und eine Wissensbasis, die sie sich erhalten und weiterentwicklen müssen; auch wenn der Klimawandel sie vor gewaltigere Probleme stellt als jene, die sie in der Vergangenheit gelöst haben. (Global, S. 41) In einigen Klimazonen werden Mais und Weizen bereits heute am oberen Ende des für ihr Gedeihen zuträglichen Temperaturbereichs angebaut. Dort müssen frühzeitig Alternativen gefunden werden. Die finden sich häufig in der lokalen Tradition vor Ort. Allerdings wurden die den lokalen Bedingungen angepasste Pflanzen, in den letzten Jahrzehnten von Hochertragssorten der wenigen internationalen Marktfrüchte, Mais, Weizen und Reis, verdrängt. Widerstandsfähige, den lokalen Standorten angepasste Pflanzen, sind deshalb meist züchterisch kaum weiterentwickelt. (siehe auch > Agrarökologie & Ernährungs-Souveränität)

Videos: Anpassung an den Klimawandel

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