Aktuelles
Nachrichten
26.08.2010
Nahrung wird für viele unerschwinglich
Weizen für viele unerschwinglich - Bild: birgitH / pixelio.de
Der Preis für Weizen ist in Europa in wenigen Wochen um 50% angestiegen, nun befürchten Analysten dass auch der Reispreis folgen wird. 2008 hat die rasante Verteuerung von Grundnahrungsmitteln drastische Folgen gehabt und unzählige Menschen in den Hunger getrieben. Bahnt sich eine neue Hungerkrise an? Nein, sie war nie vorbei, so Ralf Südhoff vom Welternährungsprogramm.
Termine
Konferenz "Leben in Bewegung - Evolution und Züchtung"

Genetik als Grundlagenwissenschaft der modernen Biologie und Züchtungslehre steht der Betonung eines auf Erfahrung, Ästhetik und Intuition beruhenden Züchterblicks in der traditionellen Entwicklung von Kulturpflanzen und Nutztieren gegenüber. Diese Gegensätze werden erst durch gediegene philosophische Reflexion in ihre Schranken verwiesen, aber auch in ihren wahren Werten erkannt. Grund genug aus drei Perspektiven auf Züchtung und Evolution zu schauen. Unter dem Titel "Leben in Bewegung - Evolution und Züchtung" veranstalten das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), das Forschungsinstitut am Goetheanum und die Univerität Kassel vom 7. - 9. Oktober eine Konferenz zu dieser Thematik. Sie findet statt in den Räumlichkeiten der Universität Kassel in Witzenhausen. Nähere Informationen und das Programm finden Sie hier.
Gates Foundation öffnet die Türen für Soja in Afrika

Ein weltweit wachsender Viehbestand und die zunehmende Nachfrage nach Bio-Treibstoffen treiben den Bedarf an Soja in die Höhe. Bisher wachsen weniger als 1% des weltweiten Sojas in Afrika, doch das soll sich ändern. Mit 8 Millionen Dollar will die Bill und Melinda Gates Stiftung Soja Wertschöpfungskette in Afrika unterstützen. In Zusammenarbeit mit dem Handelsgiganten im Agrargeschäft Cargill sollen in den nächsten vier Jahren ausgehend von Mosambik und Sambia Kleinbauern in den Sojaanbau eingebunden werden. Mosambik hat bereits 37.000 Megatonnen gentechnischen Soja ins Land gelassen. Das African Centre for Biodiversity (ACB) befürchtet, dass die Gates Foundation und Cargill Gentechnik-Soja in Afrika verbreiten wollen.
Mehr dazu im ACB Briefing Paper No.20, 2010 (17 Seiten in Englisch)
Bauer ohne Boden

Mit dem Fahrstuhl in den Gemüsegarten, Reisfeld auf einem Fließband, von der Außenwelt abgeschlossen und unter völliger Kontrolle - so könnte es in sogenannten „vertical farms“, oder „skyfarms“ aussehen. In Hochhäusern will man auf wenig Fläche viel produzieren -ökologisch und klimaneutral. Auch in Stuttgart träumt man davon. „Wir wollen testen, ob das technisch möglich ist“, sagt Professor Sauerborn von der Universität Hohenheim. Doch offen sind nicht nur die Kosten! „Alle technischen und ökologischen Fragen sind noch ungelöst“, sagt Petra Hagen Dozentin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
…mehr dazu vom Rat für Nachhaltige Entwicklung
pressetext, Reisanbau auf zwanzig Etagen (13.07.10)
Steffen Klatt, Reis soll in den Himmel wachsen (26.05.09)
…und so könnte es aussehen!
Streit um die neuen Bauernregeln

Gibt es in 50 Jahren noch Kleinbauern oder nur noch Agrarfabriken? Birgt die Wissenschaft Lösungen für all unsere Probleme, oder sollten wir den Stimmen vom Lande Gehör schenken? In der Zeit diskutierten zwei Kontrahenten, die kaum gegensätzlicher sein können – Urs Niggli und Reinhard Hüttl. Lesenswert…
Biosicherheit im Jahr der Artenvielfalt

Im Jahr der Artenvielfalt hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen aufgerufen zum Schutz der Biodiversität, der Vielfalt des Lebens auf der Erde einzutreten. So kommen im Oktober diesen Jahres nicht nur die Vertragspartner des Cartagena-Protokolls (COP-MOP 5) und Vertreter der Biodiversitäts-Konvention (COP 10) zusammen. Im Vorfeld dieser Konferenzen treffen sich kritische Vertreter aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft ebenfalls in Nagoya, Japan. Biosicherheit im Zusammenhang mit den ökologischen gesundheitlichen und sozio-ökonomischen Auswirkungen von GVOs stehen dabei im Vordergrund. Diese Zusammenkunft wird Raum schaffen für einen Erfahrungsaustausch und Diskussion um Biosicherheit, Politik und Regulierungsmechanismen. Desweiteren soll eine öffentliche Beteiligung in der Risikoforschung, Technologieabschätzung und Entscheidungsfindung im Gebiet der Biosicherheit gefördert werden.
07. bis 09. Oktober 2010 - Symposium: Advancing the Understanding of Biosafety
11. bis 15. Oktober 2010 - 5. Konferenz der Vertragspartner des Cartagena-Protokolls (COP-MOP 5)
18. bis 29. Oktober 2010 - 10. Konferenz der Vertragsstaaten zur Biodiversitäts-Konvention (COP 10)
Biodiversitäts-Konvention, oder Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD)ist ein 1992 in Rio de Janeiro ausgehandeltes internationales Umweltabkommen. Mittlerweile vereint das Abkommen 193 Vertragspartner mit dem Zielen, die biologischen Vielfalt auf Erden zu schützen, ihrer Bestandteile nachhaltig zu nutzen und die daraus resultierenden Vorteile gerecht zu verteilen.
Das Cartagena Protokoll ergänzt seit 2003 die Biodiversitäts-Konvention, um Umwelt und Gesundheit vor Gefahren durch gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) zu schützen.
Mehr dazu - Strategie-Plan 2011-2020
Patente und Monopole

Der Brokkoli Fall (Brassica oleracea) EP 1069819 B1 20020724 (WO 99/52345) schreibt Patentgeschichte und zieht die Grenzen der Patentierbarkeit neu. Im Jahr 2002 erlang die britische Firma Plant Bioscience Ltd. ein Patent auf eine konventionelle Züchtungsmethode Verfahren, die Brokkoli-Samen und essbare Brokkolipflanzen, die durch diese Verfahren gewonnen wurden. Die Ausweitung der Patentierbarkeit auf herkömmliche Züchtungsprodukte ist eine bedrohliche Entwicklung hin zu einer zunehmenden der Monopolisierung des Saatguts. Auch wenn eine Entscheidung des Patentamtes erst Ende das Jahres zu erwarten ist, so ist mittlerweile auch die Bundesregierung bereit das Patentgesetz zu diskutieren, eine Chance die nicht ungenutzt verstreichen sollte...
Hintergrundinformationen und Kampagnen zu von no patents on seeds
Der Fall Brokkoli
BMELV: Symposium zu Biopatenten
Lesenswert: Politik des Hungers

Mehr als eine Milliarde Menschen – knapp ein Sechstel der Menschheit - leidet an Hunger. Walden Bello fragt nach den Ursachen des Hungers. Der Träger des Alternativen Nobelpreises findet sie in der Kapitalisierung der Landwirtschaft. Sein im April erschienenes Buch »Politik des Hungers« befasst sich mit den Folgen der von Weltbank und IWF verordneten Strukturanpassungsprogramme für Kleinbauern und Landarbeiter. Bellos Buch ist eine tiefgehende Analyse der politischen Ökonomie des Hungers sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den gängigen Theorien wirtschaftlicher Entwicklung.
200 Seiten für nur 16.00 €, gleich HIER bestellen
Mehr dazu bei Schattenblick













