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19.01.2017 |

Ungleichheit: 8 Milliardäre besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Welt

Slum Hier wohnt die ärmere Hälfte der Erdbevölkerung (Foto: CC0)

Die soziale Ungleichheit erreicht neue Rekorde: Gerade einmal acht Menschen besitzen so viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Das zeigt ein Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam, der im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlicht wurde. Ein Grüppchen von acht superreichen Männern um Microsoft-Gründer Bill Gates besitzt 426 Milliarden US-Dollar – ebenso viel wie die ärmeren 3,6 Milliarden Menschen, die es gemeinsam auf 409 Milliarden bringen. Für den Bericht hat Oxfam das Ende November erschienene Global Wealth Databook 2016 der Schweizer Großbank Credit Suisse und die Forbes-Liste der Milliardäre ausgewertet. Gates führte mit damals $75 Milliarden den Club der Superreichen an, gefolgt vom Begründer der spanischen Modekette Zara, Amancio Ortega ($67 Mrd.) und dem US-Investment-Guru Warren Buffett ($60.8 Mrd.). „Es ist obszön, dass sich so viel Vermögen in den Händen von so wenigen Menschen befindet, während jeder zehnte mit weniger als 2 Dollar am Tag überleben muss“, sagte Winnie Byanyima, Geschäftsführerin von Oxfam International. „Ungleichheit hält hunderte Millionen Menschen in Armut gefangen, lässt unsere Gesellschaften auseinanderbrechen und untergräbt die Demokratie.“ Und die Kluft zwischen Arm und Reich ist noch viel tiefer als bisher angenommen. Letztes Jahr hatte Oxfam noch berechnet, dass 62 Superreiche so viel besitzen wie die ärmeren 50% auf der Welt. Doch aktuellere Zahlen zum weltweiten Vermögen, vor allem aus China und Indien, zeigen, dass die Armen noch weniger haben als einst gedacht. Zudem werden die Reichen immer schneller noch reicher. Zwischen 1988 und 2011 erhöhte sich das Einkommen der ärmsten 10% um 65 US-Dollar, währen das reichste Prozent $11.800 pro Kopf dazugewann – 182 Mal mehr. „Weltweit fühlen sich immer mehr Menschen abgehängt. Vielerorts stagnieren die Reallöhne, während Manager und Großaktionäre sich jedes Jahr steigende Millionenbeträge genehmigen. Für Bildung und Gesundheitsversorgung fehlt vielen Staaten das Geld, weil Superreiche und internationale Konzerne sich um ihre Steuerbeiträge drücken“, kritisierte Jörn Kalinski, Kampagnenleiter von Oxfam Deutschland.

Oxfam fordert daher eine grundlegende Umwälzung des Wirtschaftssystems hin zu einem System, von dem 99% der Weltbevölkerung profitieren und nicht nur eine kleine Elite. Maßnahmen seien die Erhöhung der Steuern für große Vermögen und hohe Einkommen sowie die Einführung eines weltweiten Mindeststeuersatzes für Konzerne, damit Superreiche und internationale Konzerne einen fairen Anteil an der Finanzierung von Bildung, Gesundheitsversorgung und sozialer Sicherung leisten. Zudem forderte Oxfam das Austrocknen von Steueroasen und scharfe Sanktionen gegen Steuerdumping. „Wenn Politiker mit ihrer Fixierung auf Wirtschaftswachstum aufhören und sich stattdessen darauf konzentrieren würden, Verbesserungen für alle und nicht nur für wenige reiche Bürger zu erzielen, dann wäre eine bessere Zukunft für alle möglich“, betonte Byanyima. Das hat sich die Weltgemeinschaft eigentlich auch ausdrücklich zum Ziel gesetzt: Die 2015 verabschiedeten UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) sehen vor, bis 2030 Hunger und extreme Armut komplett aus der Welt zu schaffen und Ungleichheit innerhalb eines Landes und zwischen Staaten zu verringern. (ab)

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