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11.06.2013 |

Hungergipfel: Neue Finanzierungszusagen - Kritik an G8-Allianz

Cameron Premier Cameron will mit Unternehmen und Wissenschaft den Hunger bekämpfen (Foto: Number 10/flickr)

Auf einem Gipfel in London haben am Samstag Regierungen, Stiftungen und Unternehmen angekündigt, mehr Gelder für den Kampf gegen Unter- und Mangelernährung bereitzustellen. Die Europäische Union sagte bis 2020 rund 3,5 Milliarden Euro zu, die Stiftung von Bill Gates versprach 800 Millionen Dollar für Investitionen in Landwirtschaft und Ernährungssicherung. Die britische Regierung gab zudem bekannt, dass die „Neue Allianz für Ernährungssicherung“ der G8 um vier weitere afrikanische Staaten ausgedehnt werden soll. Im Vorfeld des Gipfels hatten Nichtregierungsorganisationen die Allianz, die bereits Kooperationsvereinbarungen mit sechs afrikanischen Ländern hat, heftig kritisiert. Marita Wiggerthale, Agrarexpertin bei Oxfam, warf der G8 vor, „Ernährungspolitik mit Unternehmen für Unternehmen“ zu machen: Bauern- und Frauenorganisationen seien nicht an der Ausarbeitung der Abkommen beteiligt gewesen, Eigentumsrechte von Investoren würden gestärkt während der Zugang von Kleinbauern zu Land, Saatgut und Wasser gefährdet sei und Investitionen kommen nicht in erster Linie Kleinbauern zugute. Letzteres bemängelten auch die panafrikanische Entwicklungsorganisation INADES und das katholische Hilfswerk MISEREOR am Freitag in einer Pressemitteilung: „Die Allianz fällt zurück hinter die gewachsene Erkenntnis, dass eine positive Agrarentwicklung und ein nachhaltiges Ernährungssystem in Afrika heute und in Zukunft auf kleinbäuerlichen Familienbetrieben aufbauen müssen.“ Vorschläge für eine Politik in diese Richtung, zum Beispiel durch die Förderung partizipativer Forschung sowie die Stärkung lokaler und regionaler Märkte seien im Weltagrarbericht und anderen Berichten bereits detailliert vorgelegt worden, so Michael Hippler, Leiter der Abteilung Afrika und Naher Osten von MISEREOR.

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